Alsdorf/Herzogenrath: Vielfältige Einblicke in die Berufswelten in der Alsdorfer Stadthalle

Alsdorf/Herzogenrath: Vielfältige Einblicke in die Berufswelten in der Alsdorfer Stadthalle

Der Sprung ins kalte Wasser bleibt angehenden Azubis heutzutage weitgehend erspart. Auf der Suche nach dem passenden Lehrberuf wurden Schülern aus Herzogenrath und Alsdorf auch in diesem Jahr wieder die Türen geöffnet: In der Alsdorfer Stadthalle boten 55 Firmen und Institutionen vielfältige Einblicke in ihre Berufswelten. Informieren und ausprobieren waren angesagt.

Die 12. Ausgabe des Ausbildungsmarktes der Städte Alsdorf und Herzogenrath verzeichnete wieder besten Zuspruch. Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter der Stadt Alsdorf, freute sich, dass auch das Untergeschoss der Stadthalle mit Ausstellern gefüllt werden konnte. Über 100 Ausbildungsberufe — vom Fleischer bis zum Programmierer — gab es zu erkunden.

Bürgermeister Christoph von den Driesch aus Herzogenrath war sogar „ein bisschen neidisch“: „Wenn ich mir vorstelle, wie wir damals für eine Lehrstelle ackern mussten, seid ihr hier und heute fast im Paradies.“ Von den Driesch und Kahlen wünschten den gut 1000 Jugendlichen die notwendige Entscheidungsfreudigkeit, um ihren Traumberuf zu finden.

Redakteurin Beatrix Oprée hatte eine Auswahl an Ausbildern und Azubis am Podium zu Gast. Öcher Puttes, Aachener Weihnachtsleberwurst und Printen — zwei dieser drei Spezialitäten mit geschützter, geografischer Angabe werden von Aachener „Aixtra-Fleischern“ produziert. Dem Verein ist die garantiert gute Herkunft des „wertvollsten Lebensmittels“ Fleisch Programm, wie Wolfgang Flachs, stellvertretender Obermeister und Vorsitzender der „Aixtra-Fleischer“, darlegte. Der Beruf des Fleischers biete die Möglichkeit, in eine kulinarische Welt einzutauchen.

Über die besonderen Herausforderungen für seinen Betrieb berichtete Gregor Bartz, Leiter der betriebseigenen Schreinerei im Werbe- und Messebau-Unternehmen Walbert-Schmitz. Zusammen mit Tischler-Azubi Marcel Steffens erläuterte er, dass auf fast jeden Wunsch der Kunden eingegangen werden könne.

Vom Entwurf bis zum fertigen Messe-Aufbau brauche es ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Schlosserei, Schreinerei und Lackiererei. Und Azubi Steffens, der den Werkstoff Holz besonders schätzt, hat durchaus im Blick, seine handwerklichen Fähigkeiten auch einmal privat anwenden zu können, für den Bau eigener Möbel nämlich.

Holz, Blech und Gummi

Wer eher Blech und Gummi bevorzugt, kam kaum am Stand von Mercedes Benz vorbei. Nadine Liebeck ist als angehende Automobilkauffrau in der Kunden- und Serviceberatung in ihrem Element, wie sie darlegt. Sie schätzt es, kaufmännisches und technisches Wissen gleichermaßen vermittelt zu bekommen. Wer lieber disponiert oder selbst Hand ans Kfz anlegen möchte, der kann sich in ihrer Firma aber auch zum Logistiker oder Mechatroniker ausbilden lassen.

Peter Kaußen, Brandmeister bei der Feuerwehr der Stadt Alsdorf, schilderte Details seines Berufs, der neben Menschenrettung auch Fahrzeug- und Gerätewartung, Koordination und Verwaltung umfasst. Im Fokus stand an diesem Morgen natürlich auch der Erziehungs- und Pflegesektor. Petra Weiser vom Fachseminar Altenpflege beim TÜV Nord College etwa warb für ihren zukunftsweisenden Berufszweig.

Und machte Mut: „Wir bieten unseren Azubis alle Unterstützung, die sie brauchen, auch wenn es emotional einmal schwierig wird.“ Für die Vorteile des Dualen Studiums warb Till Wiedemann, Masterstudent an der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Generell sorgten die Aussteller für eine niedrige Hemmschwelle. „Viele Ansprechpartner sind selbst Azubis und kaum älter als wir. Das erleichtert Gesprächseinstieg und Erfahrungsaustausch“, lobte Schülerin Lina Krameraczic aus Alsdorf. Und vor allem auf dem technischen Sektor gab es Einiges auszuprobieren: Schrauben am V6-Motor, Löten kleiner Skulpturen oder das Anfertigen eigener Schlüssel.

„Nägel mit Köpfen“ wurden zwar tatsächlich auch hergestellt, im übertragenden Sinne, bis zur Unterzeichnung von Ausbildungsverträgen aber haben die Jugendlichen noch Zeit. Für viele stehen in der Schule jetzt Abschlussprüfungen an. „Es ist sinnvoll, sich frühzeitig umzusehen. Ich werde nichts vorschnell entscheiden, da ich mir mit meiner Berufswahl absolut sicher sein will“, brachte es Kubilay Ömeraq (16) aus Herzogenrath auf den Punkt.

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