Baesweiler: Viele Familien infizieren sich mit Spielvirus

Baesweiler: Viele Familien infizieren sich mit Spielvirus

Kaum ein freier Tisch ist in der Aula der Settericher Realschule noch zu finden gewesen. Überall wurde gewürfelt, es wurden Karten gelegt und Spielfiguren verrückt.

Beim Familienspielefest der Stadt Baesweiler und des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion kamen mehrere hundert Besucher.

Dabei konnten die jungen und alten Spieler eine Menge ausprobieren. Denn der Mitveranstalter „Family-Games” hatte über 300 Spiele im Gepäck. Davon machten die Besucher auch rege Gebrauch: „Das ist wirklich super, dass so viele Familien hier sind”, sagte Ralf Pauli vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion.

„Das ist genau das was wir wollen: Die ganze Familie sitzt am Spieltisch.” Das fördert das Sozialverhalten des Nachwuchses. Denn beim Spiel muss man sich an die Regeln halten und auch mal eine Niederlage akzeptieren.

Dazu musste man nicht mal selber die Gebrauchsanweisung wälzen. Die Helfer von „Family-Games” konnten alle Spiele unkompliziert erklären. „Damit baut man eine Hemmschwelle ab”, so Andreas Streb, Organisator von „Family-Games”. Rebecca Derichs, 26 Jahre, und ihre Schwester Deborah, 14 Jahre, ließen sich das Spiel „Drachenherz” erklären. „Das ist super, wir konnten sofort anfangen. Das macht wirklich Spaß”, sagte Rebecca Derichs.

Stand der Seniorenwerkstatt

Auch Mariola Jablonowski war mit ihren Töchtern Monika und Franziska zum Spielen gekommen. Mitgebracht hatten sie die sechsjährige Davina Ritzerfeld, die in ihrer Nachbarschaft wohnt. Bei Familie Jablonowski kommen Gesellschaftsspiele ohnehin oft auf den Tisch. „Wir spielen regelmäßig in der Familie und mit Freunden”, so Mariola Jablonowski. „Das Spielefest ist eine schöne Gelegenheit etwas Neues auszuprobieren.”

Am Stand der Seniorenwerkstatt konnten die Kinder ihr Geschick beim Basteln und Handwerkeln unter Beweis stellen. Mit einem Brenner verzierten die Kinder kleine ausgesägte Holzfiguren. Und an einer frei tragenden Brücke konnten die Kinder und Jugendlichen ein Gefühl für Statik entwickeln.

Dabei entdeckte Erich Heinzer, Vorsitzender der Seniorenwerkstatt, schon einige „handwerkliche Talente”. Die erfahrenen Tüftler fanden dabei einen guten Zugang zu ihren jungen Besuchern. „Wir sind ja alle Opas und Omas, die haben immer einen guten Zugang zu Kindern”, erklärte Heinzer.

Baesweilers Beigeordneter Frank Brunner und Ralf Pauli blickten indes zufrieden auf die voll besetzten Spieltische. Pauli: „Man merkt den Leuten wirklich an, dass sie Spaß haben. Dabei vergeht die Zeit scheinbar wie im Flug. Vielleicht haben wir es ja geschafft, einen kleinen Spielvirus in einige Familien einzupflanzen.”

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