Verwaltungsvorschläge zur Umwandlung des Sportplatzes Niederbardenberg

Sportplatz Niederbardenberg: Raum für Wohnen, Spielen, Feiern

Das Wohngebiet Hubertusstraße reicht bereits bis unmittelbar an den Ballfangzaun heran: Wenn es für den Vorschlag der Verwaltung am Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss grünes Licht gibt, so könnte das Jahr 2019 das letzte sein, in dem Accordia Niederbardenberg auf angestammtem Platz spielt - im hundertsten Jahr des Vereinsbestehens.

Spätestens seit Vorstellung der vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) zusammengetragenen Grundlagen für einen Sportstättenentwicklungsplan (SEP) war „offen gehandelt“ worden, dass neben dem Sportplatz Langenberg - der bekanntlich dem Bau der Kohlscheider Markttangente weichen muss - in Herzogenrath auf absehbare Zeit noch ein zweiter Fußballplatz verschwinden wird, nämlich der am Hagelkreuz.

Accordia hatte da nur noch eine Mannschaft, wie Vorstandsmitglieder des Stadtsportverbands (SSV) damals im Gespräch mit unserer Zeitung darlegten. Anfang des Jahres 2017 waren die ikps-Zahlen veröffentlicht und bei Workshops diskutiert worden, zu denen der SSV eingeladen hatte.

Mitte Oktober 2017 folgte der einstimmige Beschluss des Fachausschusses zur Aufstellung eines Bebauungsplans I/62 „Sportplatz Niederbardenberg“. „Nach Aufgabe des regulären Spielbetriebes“, so die politische Vorgabe seinerzeit, „soll die Fläche einer Wohnnutzung zugeführt werden“. Wesentlicher Inhalt des B-Plans sollte demnach die Ausweisung eines allgemeinen Wohngebietes sein - als Beitrag zur Innenverdichtung des Ortsteils.
Der zwischenzeitlich vom Amt 61, Stadtplanung, erarbeitete Bebauungsvorschlag, der auch von der Politik vorgetragene Wünsche berücksichtigt, würde die Fortführung des B-Plan-Verfahrens indes entbehrlich machen: Denn die entsprechenden Baugenehmigungen könnten auf Grundlage von Paragraph 34 Baugesetzbuch erteilt werden, da sich die vorgelegte Planung in die Bau- und Wohnstruktur der „näheren Umgebung einfügen würde“.
Ziel des Entwurfs ist unter anderem, eine Entspannung des hohen Parkdrucks vor allem im Wohngebiet Hubertusstraße zu erzielen, zudem einen Bolzplatz zu ermöglichen und eine Lösung für die Aktionen im Zuge des Maibrauchtums zu schaffen. So sieht der Plan nunmehr 18 öffentliche Stellplätze vor, erschlossen vom Hagelkreuz aus, dem sich ein Spiel- und Bolzplatz-Areal anschließt - in ausreichender Größe, um auch das Aufstellen des Festzeltes der Niederbardenberger Maijungen „dauerhaft zu gewährleisten“. An der Ecke Hubertusstraße/Zum Hagelkreuz respektive diagonal gegenüber an der Florastraße ist je ein Mehrfamilienhaus vorgesehen. Entlang der Hubertusstraße sind Einfamilienhäuser, etwa in Form von sechs Doppelhaushälften, möglich.
Zwecks Entwicklung und Vermarktung des Geländes zwischen Hagelkreuz, Hubertus- und Florastraße schlägt die Verwaltung die Stadtentwicklungsgesellschaft Herzogenrath vor. „Zwischenzeitliche Überlegungen, in Kooperation mit NRW-Urban, die Entwicklung durchzuführen, wurden von NRW-Urban nicht befürwortet“, stellt die Verwaltung klar.
Der Umwelt- und Planungsausschuss befasst sich am Dienstag, 27. November, ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses unter anderem auch noch mit dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan I/56 Bicherouxstraße (ehemaliges Vetrotex-Gelände) sowie der Aufstellung des B-Plans samt Flächennutzungsplanänderung für den Neubau des Hallenbads an der Roermonder Straße, Höhe Forensberg. Gemäß dem Antrag der SPD-CDU-Kooperation soll zudem über die Erstellung eines Nutzungskonzepts für das Gelände des mittlerweile abgerissenen früheren Kohlscheider Hallenbads an der Zellerstraße beschieden werden.

(bea)
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