Alsdorf: Versorgung von 125 Patienten des Diakonischen Werks ist gesichert

Alsdorf : Versorgung von 125 Patienten des Diakonischen Werks ist gesichert

Es war eine brisante Situation. Nicht nur für das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen, sondern auch für mehr als 100 Patienten und 28 Mitarbeiter. Eine finanzielle Schieflage beim Wohlfahrtsverband sorgte Ende vergangenen Jahres dafür, dass die Station für ambulante Pflege der Diakonie in Baesweiler vor dem Aus stand, Mitarbeiter und Patienten vor einer ungewissen Zukunft.

Nun ist kollektives Aufatmen angesagt: die Caritaspflegestation Alsdorf-Baesweiler übernimmt Patienten und Mitarbeiter, der Vertrag ist vor zwei Wochen unterzeichnet worden. Vom Standort Alsdorf aus werden 60 Mitarbeiter künftig rund 300 Patienten versorgen.

Für die Caritaspflegestation Alsdorf-Baesweiler ist das mal eben eine Verdopplung — was die Zahl der Mitarbeiter angeht, was die Zahl der zu versorgenden Patienten angeht, nicht aber was den Platz angeht. Zumindest nicht gleich. Ein Umzug innerhalb der Räumlichkeiten im Haus St. Castor ist geplant, möglichst noch in diesem Jahr. Der entsprechende Trakt des Gebäudes muss jedoch zunächst saniert werden. Die Kosten dafür, erklärt Ernst Butz, Mitglied des Kirchenvorstands der Pfarre St. Castor, belaufen sich auf rund 200.000 Euro.

Bei der Finanzierung hofft der Träger, die Katholische Kirchengemeinde St. Castor, auf Unterstützung vom Bistum. Sofern eine Zusage über die Zuschüsse kommt, wird das Bistum sich mit 60 Prozent beteiligen. „Bevor wir mit dem Umbau beginnen können, müssen wir nun auf die Genehmigung des Bistums warten“, erklärt Butz. Bis alles unter Dach und Fach ist und der Umbau geschafft, werden die Mitarbeiter nun erst einmal zusammenrücken müssen.

Das wichtigste bei der Übernahme, sagt Marion Timm, geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Aachen, sei die Kontinuität und Sicherheit, die Patienten und Mitarbeiter nun haben. Keiner bleibe zurück, alle 28 Pflegekräfte und 125 Patienten von der Baesweiler Station vollziehen den Wechsel mit. „Ich habe im Vorfeld ein Konzept entworfen, wie das gelingen kann“, sagt Martina Zeetzen, Leiterin der Caritaspflegestation.

Alle Beteiligten seien einen Monat vor der Übernahme über die Pläne informiert worden, um sich entscheiden zu können, ob sie das auch wollen. Zeetzen selbst habe sich in Baesweiler vorgestellt, die Mitarbeiter von dort seien nach Alsdorf eingeladen worden, um sich die Räume näher anzuschauen. „Das hat schon Vertrauen geschaffen“, sagt Timm.

Nicht abgeschlossen

Seit dem 1. Juli nun läuft die ambulante Pflege von einem Standort aus. „Es ist laut, es ist viel Betrieb, aber es läuft gut an“, zieht Zeetzen ein erstes Zwischenfazit. „Es macht Spaß mitanzusehen, mit welcher positiven Einstellung alle Mitarbeiter trotz der im Moment noch beengten Platzverhältnisse an die Sache herangehen.“ Nach dem ersten Monat soll ein großes Treffen aller Mitarbeiter zum intensiveren Kennenlernen stattfinden.

Abgeschlossen ist die Fusion allerdings noch nicht. Derzeit läuft die Verwaltung der Patientendaten noch über zwei Softwaresysteme, weil jede Station ein eigenes nutzte. In Alsdorf soll künftig das System verwendet werden, das die Baesweiler Station nutzte und die Daten in den kommenden Wochen sukzessive übertragen.

Außerdem muss die Tourenplanung im laufenden Betrieb optimiert werden, um überflüssige Wege einzusparen. Was der Betrieb der Pflegestation nun nach der Übernahme der Baesweiler Kollegen kostet, sei schwer zu beziffern, sagt Zeetzen. Eine entsprechende Berechnung werde bald folgen.

Mit nun 20 Dienstfahrzeugen bewältigen die Mitarbeiter rund 500 Einsätze pro Tag. Dabei wird es aller Voraussicht aber nicht bleiben. Dass die Alsdorfer Station über kurz oder lang weiter wachsen wird, steht für ihre Leiterin Martina Zeetzen außer Frage: „Die Nachfrage ist vorhanden und nach dem Umbau auch der Platz.“

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