Herzogenrath: Verkehr durchs Wurmtal soll ausgebremst werden

Herzogenrath: Verkehr durchs Wurmtal soll ausgebremst werden

Eine Vielzahl an Anregungen und kritischen Anmerkungen ist auch im Nachgang der Einwohnerversammlung zum geplanten Verkehrskonzept für Kohlscheid-Mitte noch bei der Stadtverwaltung eingegangen. Vor allem die Angst vor wachsendem Schleichverkehr auf der Verbindung Puetgasse-Langenberg durchs Wurmtal in Richtung Bardenberg bewegt die Anwohner.

Da die Markttangente automatisch neue Verkehre anziehe, so unter anderem der sorgenvolle Einwand, habe dies unweigerlich auch eine erhöhte Verkehrsfrequenz im Wurmtal zur Folge.

Wo aber die Streckenverbindung am besten unterbrechen? Vier Anwohner haben sich für die Abbindung des Langenbergs ausgesprochen. Erheblich mehr Bürger, die teils schon vor der Einwohnerversammlung vorstellig geworden waren, votierten für eine Abbindung der Puetgasse.

Aus Sicht der Verwaltung, so heißt es in der Vorlage für den Bau- und Verkehrsausschuss am heutigen Dienstag (Beginn 19 Uhr, nach einer gemeinsamen Sitzung des Gremiums mit dem Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur, wo es unter anderem um den Bau der Gesamtschule II geht).

Indes: Eine Abbindung des Langenbergs führe dazu, dass die Strecke durchs Wurmtal zum konzipierten Kreisel an der Tangente „deutlich attraktiver ausfällt als heute“ und das Aufkommen im Wurmtal wachse. Die Prognosen gehen von teils erheblicher zusätzlicher Fahrzeugbelastung aus, die es „dringend“ zu vermeiden gelte. Als „günstigste Lösung“ wird demnach die Sperrung der Puetgasse favorisiert, was dann auch im Beschlussvorschlag Niederschlag findet.

So möge der Ausschuss beschließen, dass das „Zielkonzept A“ umgesetzt werde, das den Bau der Markttangente beinhaltet, die im Bereich Markt/Langenberg sowie in der Mitte an der Puetgasse durch kleine Kreisverkehre angeschlossen wird.

Parallel soll die Puetgasse für den Verkehr gesperrt und „baulich abgebunden“ werden. Alternativ könnte die Puetgasse zum Wirtschaftsweg zurückgebaut werden, mit Anbindung an die Erschließungsstraße für das Bebauungsplangebiet „Kohlscheid Zentrum/Langenberg II-66“ und der Zusatzbeschilderung „Anlieger frei“ — bei gleichzeitiger Sperrung des Langenbergs unterhalb der Bebauung.

Grundsätzliche Proteste

Aber es gibt auch neue grundsätzliche Einwände: So haben die Eheleute Murken etwa in einem Schreiben an Bürgermeister Christoph von den Driesch (CDU) angekündigt, sich an die Bezirksregierung zu wenden: „So wie Ihr Konzept von der Markttangente vorgestellt worden ist, wird sich ein Zuwachs an Autoverkehr — und das heißt an Gefahren, an Feinstaub und an Lärm — ergeben.

Dies betrifft nicht nur die Roermonder - und die Kaiserstraße“, heißt es da: „Auch die Weststraße mit ihren außergewöhnlich zahlreichen Arztpraxen, zwei Apotheken, einem Kindergarten und dem Gehweg zur Grundschule-Mitte wird noch mehr beeinträchtigt sein. Ihre weitere Planung, zwei Nahversorger mit den damit jeweils verbundenen 70 Stellplätzen in die Ortsmitte von Kohlscheid zu holen, wo im Umkreis von 600 Metern schon sechs Supermärkte vorhanden sind, ist ebenso überholt, nicht zuletzt auch wegen des wachsenden Onlinehandels.“

Auch die Anwohner der oberen Kaiserstraße erheben Einspruch, „erschüttert“, wie sie darlegen: „Zusammen mit dem Umbau der Kreuzung Kaiserstraße/Roermonder Straße sowie dem Neubau eines Kreisels in Birk soll hier eine den störungsfreien Autoverkehr priorisierende Alternativstrecke zur Roermonder Straße mitten durch das alte Zentrum von Kohlscheid gebaut werden.

Folgerichtig wurde in der Bürgerversammlung auch mehrfach die ,überregionale Bedeutung‘ der Markttangente betont.“ Die Anwohner protestieren: „Während in anderen Städten Umgehungen gebaut werden, um die Ortskerne vom Verkehr zu entlasten, soll mitten durch Kohlscheid eine neue Autoschneise geschlagen werden, vorbei an unseren Gärten und direkt vor unseren Schlafzimmerfenstern!“