Baesweiler: Vereinsamung verhindern: Allianz für Menschen mit Demenz

Baesweiler: Vereinsamung verhindern: Allianz für Menschen mit Demenz

Geballte Kompetenz fand sich ein. Mit dem Auftakt des Runden Tischs durfte Heike Heinen (DRK) zufrieden sein. Zur Bildung einer Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz begrüßte die Koordinatorin im Haus Setterich Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen.

Ihr Anliegen: „Dank des Förderprogramms können wir die Potenziale von Bürgern, Vereinen, Gewerbe, Bildungseinrichtungen, Politik und Kommunalverwaltung in unserer Stadt bündeln und vernetzen.“ Gemeinsam will die Allianz die Lebenssituation dementer Menschen und ihrer Angehörigen in Baesweiler nachhaltig verbessern. „Wir haben jetzt zwei Jahre Zeit, um etwas Gutes auf die Beine zu stellen“, rief Heinen zur aktiven Mitarbeit auf. Verbunden mit der Feststellung: „Die Vereinsamung ist das Allerschlimmste, das einem an Demenz erkranktem Menschen passieren kann.“

Das Projekt findet auch bei der Stadt Baesweiler — vertreten durch Sozialamtsleiterin Angelika Breuer — viel Anklang. Über 25 Personen nahmen am ersten Informationsaustausch teil. Vertreter von Pflegeeinrichtungen und Hospizen gehörten ebenso dazu wie Sozialberater, Mitarbeiter aus Invaliden- und anderen Vereinen, von Diakoniestation, Sozialdiensten, Seniorenwerkstatt, Integrationsrat, aber auch Angehörige.

Allen las Heike Heinen aus dem Buch „Weißt Du noch, lieber Löwe“ vor. Das Kinderbuch stellt die Geschichte des an Demenz erkrankten Opas von Junglöwe Lenny dar. Lebensnah wird die Krankheit beschrieben. Einen Moment lang mussten da sogar die Teilnehmer durchatmen, bevor der rege Austausch zum Thema „Welche Angebote gibt es schon?“ und „Wo sollte noch Bedarf gedeckt werden?“ einsetzte. Fokussiert wurden vor allem Angebote, Entlastungen oder Hilfen, die noch nicht existieren. Heike Heinen: „Es betrifft zum Beispiel die Bereiche gemeinsamer Freizeitangebote.“ Auch das Thema Ärzte gehörte zu den Schwerpunkten. „Wir brauchen geschultes Personal oder auch Sprechzeiten für Betroffene“, sagte die Koordinatorin. Zusätzliche Themen waren: Krankenhäuser sowie Alltagshilfen im Umgang mit Krankenkassen, Behörden sowie die Begleitung zu Arztterminen. Außerdem wird sich die Lokale Allianz mit dem Erstellen eines Leitfadens „Gut leben mit Demenz“ befassen.

Heike Heinen: „Wir benötigen Menschen, die sich dieser großen gesellschaftlichen Verantwortung stellen möchten und zur Mitarbeit bereit sind. Was wir jetzt erarbeiten, kommt uns später selbst einmal zugute.“

Zum zweiten Runden Tisch ist am Mittwoch, 26. Oktober, 18 Uhr, im Haus Setterich geladen.

(mas)