Würselen: Vandalismus bleibt Dauerbrenner

Würselen: Vandalismus bleibt Dauerbrenner

Die Zahl der Schutzhütten und Unterstände auf Spiel- oder Grillplätzen hat sich im Würselener Stadtgebiet in den vergangenen Jahren stetig verringert. Ob am Bahnhof oder im Stadtgarten — in der Regel wurden sie ein Raub der Flammen. Die Brandstifter sind unbekannt.

So mancher „informelle Treffpunkt“ (Orte, an denen sich Jugendliche ohne feste Strukturen, ohne Organisationsaufwand, spontan treffen) hat keinen Wetterschutz mehr. Erst kürzlich musste im Gouleypark in Morsbach ein großes Spielgerät samt Unterstand abgesperrt werden. Auch hier wurde gezündelt.

Mit Sperrgittern wurde der hölzerne Turm allerdings schon vor dem Feuer umzäunt, weil sich Reparaturen an dem aus dem Jahr 1998 stammenden Turm abzeichneten. 30.000 Euro kostet ein neues adäquates Spielgerät. Die Kosten für die Reparatur werden noch ermittelt. Nun hat ein Feuer offensichtlich den dicken Tragestützen den Rest gegeben.

„Geklärt werden muss, ob es sich um ein Versicherungsfall handelt“, sagt Till von Hoegen. Der Technische Beigeordnete: „Ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde, oder ein Lagerfeuer außer Kontrolle geraten ist, lässt sich natürlich nicht ermitteln. Im vergangenen Jahr beliefen sich die durch Vandalismus verursachten Schäden an städtischen Immobilien auf insgesamt 60.000 Euro. Davon wurden etwa 47.000 Euro durch die Versicherung übernommen.“

Auch für Bürgermeister Arno Nelles „ist das ganz ärgerlich. Wir dürfen nicht nachlassen, den in der Regel jungen Leuten klarzumachen, dass sie uns die Mittel nehmen, die wir gerne in die Jugendarbeit investieren wollen. Da werden öffentliche Werte der Bürger zerstört, die mancher offensichtlich nicht zu schätzen weiß. Es sind so überflüssige Ausgaben, die getätigt werden müssen, um demolierte Dinge zu ersetzen. Das ist aber nicht nur ein Problem in der Stadt Würselen. Zur Zeit haben wir nach Auskunft des zuständigen Fachbereichs noch nicht einmal außergewöhnlich viele Aktivitäten — sicherlich auch in der Jahreszeit begründet.“

Wie aber kann der blinden Zerstörungswut begegnet werden? „Mit unseren Ordnungsdiensten zeigen wir an neuralgischen Punkten immer wieder Präsenz. Während wir damit an der einen Ecke — wie beispielsweise aktuell im Kalkhaldenpark — eine Verbesserung der Situation erzielen, brennt es quasi an anderer Stelle. Wir können nicht überall sein.“

So hat Nelles auch schon in Erwägung gezogen, ob die Feuerwehr sich mit ihren Fahrzeugen beizeiten aktiv an der Präsenz der Ordnungskräfte im Stadtbild beteiligen könne, ohne dabei ihre Kompetenzen zu überschreiten. Allein eine schnelle Alarmierung für die von Sicherheitsmaßnahmen zuständige Stellen wie Ordnungsamt oder Polizei könne sicher von großen Nutzen sein. Um Missverständnissen vorzubeugen, hebt Nelles hervor: „Natürlich darf dadurch der eigentliche Auftrag der Feuerwehr nicht behindert werden.“