Ursache für Feuer in Umspannwerk in Alsdorf gefunden

Stromausfall in Alsdorf: Brandursache nach Feuer in Umspannwerk ist geklärt

Rund 7000 Haushalte, ein Seniorenheim, Supermärkte, Arztpraxen und mehr als 30 Betriebe in drei Stadtteilen waren von dem Stromausfall betroffen, den der Brand in einem Umspannwerk am 16. August im Alsdorfer Stadtteil Schaufenberg nach sich zog.

Eine Trafostation war bei dem Feuer vollständig zerstört worden. Nun, mehr als vier Monate und zwei Gutachten später, steht die Brandursache fest.

Technisches Versagen hat nach Feststellung des TÜVs Rheinland zu dem Feuer geführt. Genauer: ein "Kurzschluss in einem Stromwandler in dem Umspannwerk", wie es in einer am Freitag versendeten Presseinformation von Regionetz heißt. Ein weiteres Gutachten, erstellt von der Firma Eurotest, bestätigte unabhängig vom TÜV-Gutachten, diese Erkenntnis. "Das ist quasi ein Prüflabor, das den Stromwandler nochmal mithilfe der MRT (Magnetresonanztomografie) unter die Lupe genommen hat", sagte Regionetz-Pressesprecherin Yvonne Rollesbroich. Im ersten Gutachten sei zudem festgestellt worden, dass das Umspannwerk nicht nur den "allgemein anerkannten Regeln der Technik" entsprach, sondern vor dem Brand außerdem korrekt gewartet und instand gehalten wurde.

Nach dem Feuer und großflächigen Stromausfall war in der Alsdorfer Feuerwache ein Stab für außerordentliche Ereignisse eingerichtet worden, an dem sich auch Polizei und Stadtverwaltung beteiligt hatten. Dazu gab es Krisenstäbe im Katastrophenschutzzentrum und in der Aachener Leitstelle.

Die Löscharbeiten an und in dem Trafogebäude konnten erst nach einer Stunde begonnen werden, weil die Großgeräte zunächst noch unter Strom standen und für die Feuerwehrleute Lebensgefahr bestand. Selbst nach den Löscharbeiten konnte das Gebäude wegen starken Hitzestaus nicht gleich betreten werden.

Über die Warn-App NINA war damals eine Warnung versendet worden, weil an verkehrsreichen Kreuzungen auch Ampeln ohne Strom waren und nicht funktionierten. Die Polizei regelten dort den Verkehr. Besonders viel akribische Kleinarbeit war unmittelbar nach dem Ereignis nötig gewesen um herauszufinden, welche Haushalte alle von dem Stromausfall betroffen waren. Sie wurden im Nachgang alle persönlich aufgesucht, über die Lage und Hilfsangebote informiert. In einer Turnhalle war ein Zentrum für Menschen mit medizinischen Problemen eingerichtet, außerdem Sammelstellen von der Feuerwehr, um Informationen übermitteln und Hilfe koordinieren zu können.

Aus ganz Nordrhein-Westfalen waren nach dem Brand mobile, mit Kraftstoff betriebene Großaggregate beigeschafft, um die betroffenen Gebiete schnell wieder mit Strom versorgen zu können. In der Nacht zu Freitag waren alle Haushalte wieder mit Strom versorgt. Nach einem kleineren Zwischenfall – einem Kabelfehler aufgrund dessen rund 1000 Haushalte in Setterich und einem kleinen Teil Aldenhovens kurzzeitig ohne Strom waren –, lief die mobile Versorgung stabil.

Wenige Tage nach dem Brand traf eine Lieferung aus Frankfurt am Main per Schwertransport ein. Bei Siemens war Regionetz auf der Suche nach Ersatz für das abgebrannte Umspannwerk fündig geworden. Seitdem sorgt es dafür, die 110.000 Volt aus der Hochspannungsleitung auf 20.000 Volt für die Mittelspannungsleitung zu transformieren. Das wird das Ersatzwerk auch noch eine Weile tun. Nun, da die Brandursache ermittelt ist, macht Regionetz sich zwar an den Neubau des Umspannwerks, wann es ans Netz gehen wird, steht jedoch noch nicht fest. Rollesbroich: "Für die Bevölkerung macht das aber keinen Unterschied."

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