Alsdorf: Unter den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe leiden sie heute noch

Alsdorf: Unter den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe leiden sie heute noch

Auf dem Papier sind es bloß vier Wochen - doch für die Gesundheit der jungen Besucher bedeuten diese wenigen Tage enorm viel. Derzeit sind 120 Kinder aus dem russischen Bezirk Uljanovo zu Gast in der Region.

Dieser Landkreis - rund 300 Kilometer südwestlich von Moskau gelegen - gehört nicht nur zu den ärmsten Regionen Russlands. Im Grunde dürfte er gar kein Lebensraum mehr sein. Denn hier waren die Folgen des radioaktiven Niederschlags nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl besonders verheerend.

Seit 1986 ringen die Menschen in Uljanovo - rund 10.000 sind es heute - mit dem Leid, dass diese Katastrophe über sie gebracht hat. Sie müssen sich ernähren von Produkten ihrer verseuchten Felder und haben keine Alternative, denn zu einem Neubeginn fehlt ihnen das Geld. Damit wenigstens die Kinder eine kurze, unbeschwerte Zeit genießen können, ermöglicht seit 1991 der Eupener Verein „Eine Hand für Tschernobyl-Kinder” Aufenthalte in der Region. Seit 1992 wird er auf deutscher Seite von dem Verein „Helft den Tschernobyl-Kindern” unterstützt. „Die Kinder blühen hier richtig auf”, sagt der Vereinsvorsitzende Otto Stöcker. Der Alsdorfer hat schon oft erleben können, wie von Krankheit geschwächte Körper während des Gesundungsurlaubs neu erstarken. Zwar sind die Aufenthalte nur von kurzer Dauer, doch die Zeit gibt Kraft, von der die Kinder zehren können.

Eine Delegation hat Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders jetzt im Rathaus begrüßt. Darunter auch die Bürgermeisterin von Uljanovo, Olga Seliverstova. Ein Abstecher in den Alsdorfer Tierpark gehörte ebenfalls zum Besuchsprogramm. Otto Stöcker: „Solche Erlebnisse und die gesunde Luft helfen der Psyche und dem Immunsystem der Kinder nachweislich.”

Gasteltern sind dem Verein willkommen

Damit erneut Kinder aus Uljanovo zu Gast in der Region sein können, sucht der Verein „Helft den Tschernobyl-Kindern” Gasteltern. Wer ein Kind beherbergen möchte, kann sich bei dem Vereinsvorsitzenden Otto Stöcker unter Tel. 02404/9186873 informieren.