Alsdorf: Überflutungsgefahr: Erneut Probleme am Anglerteich

Alsdorf : Überflutungsgefahr: Erneut Probleme am Anglerteich

Erneut hat es Probleme am Fischteich auf dem Gelände des Alsdorfer Tierparks gegeben: Am Wochenende meldeten Angler einen erhöhten Wasserstand des unmittelbar an die B57 angrenzenden Gewässers. Das Wasser stammt aus dem Alsdorfer Weiher, fließt im Tierpark durch mehrere Teiche und letztlich in den Broicher Bach. Dieser letzte Durchgang war verstopft, was vermutlich zu dem Pegelanstieg führte.

Am Ostersonntag erreichte der Wasserstand nämlich, wie die Feuerwehr berichtete, eine kritische Höhe. Der Teich drohte über die Ufer zu treten. Gegen 19.45 Uhr rückte die Feuerwehr Alsdorf deshalb mit einem Großaufgebot von Mannschaft und Gerät zur Einsatzstelle aus. Erste Erkundungen der Feuerwehr ergaben, dass der sogenannte Mönch, ein regulierbares Ablaufwerk des Teiches, nicht richtig funktionierte.

Gegen 19.45 rückte die Feuerwehr Alsdorf mit einem Großaufgebot von Mannschaft und Gerät aus. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Ausgerüstet mit Watthose und Steckleitern versuchten die Feuerwehrleute, den Durchlauf von angesaugtem Schwemmgut zu befreien. Zeitgleich kam das neu angeschaffte Katastrophenschutzfahrzeug der Feuerwehr zum Einsatz: Mittels Fahrzeugpumpe und zwei weiteren mobilen Pumpen wurde das von den anderen Teichen nachströmende Wasser abgepumpt und in den Broicher Bach geleitet. 3200 Liter pro Minute konnten so abgepumpt werden. Zur weiteren Entlastung der Uferränder wurden Notüberläufe freigelegt und erweitert.

Gegen 19.45 rückte die Feuerwehr Alsdorf mit einem Großaufgebot von Mannschaft und Gerät aus. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

„Durch die Einsatzmaßnahmen konnte der Wasserspiegel des circa 50 mal 50 Meter großen Teichs um mehr als 30 Zentimeter gesenkt und ein Überlaufen verhindert werden“, teilte Feuerwehrsprecher Christoph Simon mit.

Gegen 19.45 rückte die Feuerwehr Alsdorf mit einem Großaufgebot von Mannschaft und Gerät aus. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Zuständig ist eigentlich der Wasserverband Eifel-Rur (WVER), weshalb dessen Bereitschaftsdienst gerufen wurde. Ebenso wurde der Bereitschaftsdienst des Eigenbetriebs Technische Dienste der Stadt Alsdorf, der Bereitschaftsdienst der Stadt Alsdorf und die Tierparkleitung zur Einsatzstelle in Bewegung gesetzt. Die Stadt Alsdorf ist Eigentümer des Teichs, Pächter ein Anglerverein.

Gegen 19.45 rückte die Feuerwehr Alsdorf mit einem Großaufgebot von Mannschaft und Gerät aus. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

„Aufgrund der umfassenden Pumpmaßnahmen erfolgte die abschließende Rückmeldung ,Einsatzende‘ erst gegen 23.30 Uhr. Nach Abrücken der etwa 40 Wehrleute um Einsatzleiter Andreas Hodenius hieß es, verschmutztes und verschlammtes Einsatzgerät zu reinigen, so dass der Einsatz bis nach 1 Uhr andauerte“, so Simon weiter.

Gegen 19.45 rückte die Feuerwehr Alsdorf mit einem Großaufgebot von Mannschaft und Gerät aus. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Er richtete einen besonderen Dank an die aufmerksamen Angler, die die Veränderung des Wasserstandes beobachtet hatten und noch am Ostersonntag „persönlich auf der Feuer- und Rettungswache Meldung machten“.

„Was letztendlich Ursache für die nicht ordnungsgemäße Wasserableitung durch den Mönch war, kann durch die Feuerwehr Alsdorf nicht beurteilt werden“, sagte Simon. „Die zuständigen Stellen sind nunmehr aufgefordert, weitere Maßnahmen zu ergreifen.“

Eine Sperrung der B57 war nicht erforderlich, es kam auch zu keinen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr.

Zum dritten Mal innerhalb von anderthalb Jahren gibt es an dem Teich Schwierigkeiten. Die Vorgeschichte: Ursprünglich hatte der WVER für das Jahr 2017 geplant, den Broicher Bach zu renaturieren. Statt in einem Kanal unter der Bundesstraße und der Mühle hindurch zu fließen, sollte er in einem Bypass um die Mühle herumgeleitet werden, damit sich Fische hier ungehindert bewegen können. Zugleich sollte der vorgelagerte Anglerteich verkleinert werden und ein neues Bett erhalten. Aber dann überschlugen sich die Ereignisse: Der sogenannten Schönungsteich hatte ein Leck und drohte die B57 zu unterspülen. Der WVER holte die Fische raus und pumpte das Becken in einer Ad-hoc-Maßnahme leer. Die Verkleinerung wurde vorgezogen.

Wenig später, im Januar des vergangenen Jahres, musste die Feuerwehr 800 Kubikmeter Wasser abpumpen, als der Damm zwischen jenem Teich und dem davor zu brechen drohte. Die ersten Erklärungsversuche des WVER lauteten zunächst: Der Überlauf vom einen in den anderen Teich habe höher gelegen als die Dammkrone.

Erst im August, also mehr als ein halbes Jahr später, stand dann fest: Ursache war eine Verstopfung des Krümmers am Abflussrohr. Nach Absenkung des Wasserspiegels sei der Krümmer mit einem Scharnier versehen worden, was eine Reinigung ermögliche, ohne dass der Wasserspiegel abgesenkt werden müsse. Darüber hinaus sei ein zusätzlicher Rechen angebracht worden, um zukünftige Verstopfungen zu vermeiden. Damit sei das Problem gelöst, teilte damals der Eigenbetrieb Technische Dienste mit.

Ob ein ähnliches Problem nun am Übergang zum Broicher Bach aufgetreten ist, ist noch unklar. WVER-Pressesprecher Marcus Seiler war am Ostermontag feiertagsbedingt noch nicht über die Vorgänge im Bilde und der zuständige Gebietsingenieur nicht zu erreichen.