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Herzogenrath: Treue Frühschwimmer im Merksteiner Freibad

Herzogenrath : Treue Frühschwimmer im Merksteiner Freibad

„Wir haben hier schonmal eine Flasche Sekt bekommen, aber dafür gibt es jetzt sicher kein Geld mehr”, lacht Mathilde Dautzenberg, die gerade mit ihrer Sporttasche zum Parkplatz schlendert.

Mittwochmorgen um acht hatte die Kerkraderin ihr tägliches Pensum schon hinter sich: eine halbe Stunde Schwimmen, „wenn es wärmer wird eine Dreiviertelstunde!”.

Mit Nachbar Johan Roukens fährt sie seit 20 Jahren zum Schwimmen über die Grenze in die Rodastadt. Die beiden Kerkrader gehören zur verschworenen Gemeinschaft der Frühschwimmer, die jeden Morgen unerschütterlich ihre Bahnen ziehen, selbst in der Freibadsaison bei Wind und Wetter.

Das Wasser ist mit 21,5 Grad wohl temperiert, die modernisierten Umkleide- und Duschanlagen sorgen für den entsprechenden Komfort danach. Eine Absorberanlage auf dem Dach des Umkleidetrakts erwärmt umweltfreundlich einen Teil des Wassers, bevor es aus der Filteranlage zurück ins Becken fließt.

„Den Sekt gab es bei der Wiedereröffnung des Bads nach der Sanierung”, erklärt Schwimmmeister Detlef Kraus.

Während sein Kollege Harald Mock mit Besen und Spritze überall auf dem Gelände noch den Spuren des vorabendlichen Gewitters zu Leibe rückt, schreibt Kraus die ersten Saisonkarten für die Stammkunden aus.

„Das hat man schnell wieder raus”, rechnet Horst Gerwert (69) vor. „Ein Einzelticket kostet drei, eine Saisonkarte 75 Euro. Nach 25 Mal Schwimmen lohnt sich das! Dazu braucht man gerade mal einen Monat.”