Baesweiler: Treffpunkt wird allen Bürgern offenstehen

Baesweiler: Treffpunkt wird allen Bürgern offenstehen

Knapp 140 Kilogramm wiegen die Glasscheiben, die die Handwerker im Haus Setterich montieren. Das bringt die vier kräftigen Männer ganz schön ins Schwitzen. „Wir wollen das Haus dicht bekommen, bis der Winter kommt”, sagt Peter Strauch, Baesweilers Erster und Technischer Beigeordneter.

Gelingt es bis Ende November, Fenster und Türen in den Rohbau einzusetzen, dann liegt der Bauträger voll im Zeitplan. Fertig werden soll das Gebäude, das an der Ecke Emil-Mayrisch-Straße/Glück-Auf-Straße entsteht, im März - „plusminus einen Monat”, erklärt Strauch. Das Gebäude ist einer der zentralen Bestandteile des Projekts „Soziale Stadt Setterich-Nord”. Für das gesamte Projekt, das von Stadt, Land und Bund durchgeführt wird, steht ein Budget von 12 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bau des Hauses Setterich soll rund 1,7 Millionen Euro kosten. Davon trägt die Stadt 40 Prozent, 60 Prozent werden von Land und Bund aufgebracht, rechnet Strauch vor.

Ziel ist es, mit dem Bau in Setterich ein Identifikationsobjekt für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen. So soll das Haus als Begegnungsstätte dienen. Migranten, Jugendliche, Senioren, Schützen, Christen oder Muslime - jeder soll sich im Angebot wiederfinden. „Ziel ist, dass hier nicht bloß jeder Verein für sich seine Veranstaltungen macht, sondern dass sich die unterschiedlichen Gruppierungen kennenlernen und austauschen”, erklärt Strauch. Das zu koordinieren wird Aufgabe der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sein, die ihr Stadtteilbüro im Haus Setterich einrichten werden. „Aufgabe des DRK ist, dass das funktioniert. Die Stadtteilmanager müssen ein Angebot schaffen, das dem gerecht wird”, sagt Strauch.

Derzeit nutzen die DRK-Mitarbeiter Bernd Döveling, Ute Fischer und Feride Demirci die Räume des Unternehmens Evonic in der Erbdrostenallee 2\. Von dort aus koordinieren sie schon heute die Einzelprojekte des Gesamtprojekts „Soziale Stadt Setterich-Nord”.

Die Arbeit habe gezeigt, dass die Bereitschaft der Menschen, die Angebote anzunehmen, groß ist, weiß Stadtteilmanagerin Feride Demirci. „Wir haben etwa in Zusammenarbeit mit der VHS einen Sprachkurs angeboten.” Mit dabei waren viele ältere Frauen, besonders marokkanischer Herkunft. „Die sind schon seit Jahrzehnten hier, aber können kein Deutsch und sind zum Teil Analphabeten”, sagt Demirci. Um solche Menschen zu erreichen, müsse man die richtigen Multiplikatoren - etwa in den Moscheen - ansprechen.

Den Profis des DRK ist wichtig, dass sie mit ihrer Arbeit auf die Bedürfnisse der Menschen im Projektgebiet eingehen. „Wir haben Befragungen durchgeführt und viele aktivierende Gespräche geführt. Dabei sind eine Menge Ideen entstanden”, sagt Demirci. Etwa für den sogenannten Quartiersgarten, der gleich neben dem Haus Setterich entstehen soll. Demirci: „Das, was möglich ist, möchten wir auch umsetzen.”

Das Haus Setterich soll im kommenden Frühjahr fertiggestellt werden. Dann sollen dort unter anderem das Stadtteilbüro des DRK und eine Beratungsstelle des Unternehmens Evonic für seine Mieter eingerichtet werden.

Dazu wird es einen 170 Quadratmeter großen Versammlungsraum mit Glasfront geben. Von dort soll man über eine Terrasse in den sogenannten Quartiersgarten gelangen.

Zusätzlich gibt es eine Cafeteria, einen etwa 80 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum, eine Werkstatt und mehrere kleine Seminarräume.

Seminare, Tagungen und Veranstaltungen sollen unter anderem vom DRK, der VHS, der AWO oder der Städteregion initiiert werden.

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