Baesweiler: Tragende Säule ist das bunte Miteinander

Baesweiler: Tragende Säule ist das bunte Miteinander

Bergbau, natürlich. Auch der ist vertreten. Die berufliche Vergangenheit vieler Settericher spiegelt sich in den Mosaiken ebenso wider wie ihre Gegenwart. Das Vereinsleben, den Sport, die Kultur: all das bilden die bunten Steinchen auf den acht Säulen ab, die jetzt schon ein ganz besonderer Farbtupfer im Haus Setterich sind.

Inmitten der Handwerker, die im Rohbau noch einiges zu tun haben, wurde bei der Vorstellung der Säulen erstmals das gefeiert, was das Haus auch künftig tragen soll: ein lebendiges Miteinander.

„Der Zuspruch ist schon jetzt enorm”, freut sich Ute Fischer, die als Stadtteilmanagerin das im Projekt Soziale Stadt Setterich-Nord gebaute Haus in Betriebsträgerschaft für das Deutsche Rote Kreuz verwalten wird. So hatten gut 400 Menschen - Nachbarn, Kita-Kinder, Schüler und Ehrenamtler aus Vereinen - bereits im vergangenen September die Mosaikplatten vorbereitet, die jetzt um die Betonsäulen gerollt wurden.

Leicht war das nicht. „War auch für mich eine Premiere”, sagt Sebastian Schmidt vom „Kunstwerkstattmobil”, der die Aktion begleitet hatte. Nur mit vereinten Kräften ließen sich die gut drei Meter hohen und ziemlich schweren Bahnen überhaupt um die Säulen biegen. Dass man die Nahtstellen kaum sieht, freut den Künstler, der das Lob an alle Helfer weitergibt: „Das haben wir gut hinbekommen.”

Da geht noch mehr

Dass da künftig noch viel mehr gehen wird, steht für Bürgermeister Dr. Willi Linkens außer Frage. „Hier wird es mal ordentlich Betrieb von morgens bis spät abends geben.” Treffpunkt zum Plauschen, Kunstateliers, Theaterbühne - das Haus kann vieles sein. Am Platz wird es nicht scheitern. Gut 500 Quadratmeter lassen sich mit Leben füllen. Die Ideen dazu sollen die Settericher liefern. Und nicht nur die. „Das Haus steht Bewohnern aus allen Stadtteilen offen”, unterstreicht Linkens.

Das soll funktionieren

So könnten Schülerbands erste Demoaufnahmen in einem Musikraum machen oder Senioren Kindern in einem Erzählcafé von längst vergangenen Zeiten berichten. Ein Treffpunkt für alle soll es sein: alle Generationen, alle Kulturen. Dass das funktioniert, hat Künstler Sebastian Schmidt erlebt: „Hier treten Menschen miteinander in Kontakt, die auf der Straße vielleicht einfach aneinander vorbeigehen würden.”

Hier tun sie das nicht. Das zeigen auch die Säulen. Jede hat am oberen Rand nämlich das gleiche Motiv: Menschen, die einander an den Händen halten.

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