Herzogenrath: Tihange-Aus-Säule beginnt ihre Rundreise

Herzogenrath: Tihange-Aus-Säule beginnt ihre Rundreise

Einen guten Monat hatte die Herzogenrather Tihange-Aus-Säule bei ihrer Premieren-Station im Zentrum der Stadt verbracht. Jetzt wurde sie zu ihrem nächsten Bestimmungsort nach Kohlscheid gebracht. Unglaubliche 65.204-mal wurde der marode belgische Atommeiler zu diesem Zeitpunkt bereits symbolisch abgeschaltet.

Dass viele Atomgegner mehrmals den Hebel betätigten, ist Dr. Heribert Mertens von der Bürgerstiftung Herzogenrath natürlich bewusst: „Das schmälert in keiner Weise das beeindruckende Ergebnis. Selbst wenn jemand zwanzigmal gezogen hat, die Zeit muss man sich auch erst einmal nehmen.“

Zusammen mit Kai Baumann, Politiker von der Piraten- Partei und privater Spender, sowie Götz Groer vom Ordnungsamt Herzogenrath begleitete Mertens den Umzug der von privaten Spenden finanzierte Säule, deren „Geschwister“ in Aachen und Simmerath bereits ähnlich hohe Ergebnisse erzielten. Die Stadt sorgte für den kostenlosen Transport.

Die Säule soll mehr sein, als eine bloße Forderung nach mehr Umweltbewusstsein. „Wir möchten, dass die Bürger auch im Alltag stetig an das Dilemma erinnert werden. Es bringt wenig, wenn man es nur alle paar Wochen im Fernsehen sieht“, sagt Mertens. Die hohe Frequentierung bestätigt den Einsatz der Bürgerinitiative sowie der Stadt. In der ersten halben Stunde nach dem Aufstellen am Kohlscheider Markt wurde der Hebel trotz bescheidener Witterung bereits weitere 28-mal betätigt.

Eine Million Stimmen

Ende März wandert die Säule weiter zum August-Schmidt-Platz — ein sechsstelliges Ergebnis ist bist dahin angestrebt. Nach Beendigung ihrer Reise sollen die Ergebnisse aller Säulen in der Städteregion zusammengefasst und zu einem schlagkräftigen Argument in der Tihange-Debatte werden. Wie viele Stimmen es insgesamt werden, kann Mertens schlecht abschätzen.

„Unsere Zwischenbilanz macht schon sehr optimistisch: „Wer weiß, vielleicht schaffen wir zusammen mit allen anderen Säulen sogar den Millionenbereich.“ Angesichts der Gefahrenlage durch den Pannenmeiler in nuklearer Reichweite kann kein Ergebnis zu hoch sein.