Herzogenrath: Thiergartenstraße: Bau des Kreisverkehrs führt zu Protest

Herzogenrath: Thiergartenstraße: Bau des Kreisverkehrs führt zu Protest

Einspruch erhoben: Die Arbeiten am neuen Kreisverkehr an der Geilenkirchener Straße/Thiergartenstraße neigen sich eigentlich dem Ende zu, doch nun gibt es Unmut seitens der Ortsvereine.

Als er nach mehrwöchiger Abwesenheit jetzt nach Herzogenrath zurückkehrte, traute Alfred Scheilz beim ersten Rundgang durch den Ort seinen Augen nicht, wie er berichtet.

Der Vorplatz des Christus-König-Kriegerdenkmals ist zugunsten eines rot ausgelegten kombinierten Fuß-/Radwegs deutlich beschnitten worden, eine neue Treppe mit Blockstufen aus Beton führt hinauf. „Von derartigen Änderungen hat uns im Vorfeld niemand in Kenntnis gesetzt”, fühlt sich der Vorsitzende des Fördervereins für das Ritzerfelder Denkmal geradezu überfahren.

In einem Schreiben an die Stadtverwaltung fordern der Förderverein und die ihm angeschlossenen Ortsvereine - St.-Hubertus-Schützen, SV Union Ritzerfeld und die Ortsgruppe Herzogenrath des Sozialvereins Deutschland - nun „umgehend” die Wiederherstellung des alten Zustands.

Dieses Denkmal, so argumentieren die Unterzeichner, sei einst von Ritzerfelder Bürgern „in mühevoller Arbeit erstellt und finanziert” worden - im Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkriegs.

In ebenso mühevoller jahrelanger Arbeit habe der Förderverein später die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs ermittelt und ihre Namen in Marmorplatten gravieren lassen, heißt es weiter. Wiederum hätten die Ritzerfelder Bürger den größten Anteil der Kosten dafür getragen.

Im August 2006 wurde die Erweiterung des Denkmals offiziell eingeweiht. Seit vielen Jahren werde die Erinnerungsstätte „ehrenamtlich und auf unsere Kosten” gepflegt, nun sind die Akteure umso enttäuschter, in die Planungen des Kreisverkehrumfelds nicht mit einbezogen worden zu sein, sehen gar „das Ehrenamt mit Füßen getreten”.

Vor zwei Jahren beim Gedenken am Totensonntag, so erinnert sich Alfred Scheilz, habe der Bürgermeister noch zugesagt, dass das Denkmal nicht angetastet werde. An Skulptur und Gedenkplatten selbst hat sich denn auch nichts verändert, nur eben am Drumherum.

„Den Förderverein nicht eingeschaltet zu haben, ist ein Versäumnis”, gibt der Technische Dezernent Rüdiger Staron auch unumwunden zu. Mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege indes waren die Planer in Kontakt. Staron betont: „Der Denkmalschützer bestimmt, was geschieht.”

Und er sagt zu: In Kooperation mit Stadt, Bürgern und Denkmalschutz soll nun eine für alle annehmbare Lösung für das Umfeld des Kriegerdenkmals gefunden werden. Unter anderem soll die Pflasterung angepasst und die Treppe aus Naturstein gestaltet werden, sagt Scheilz. Entsprechende Vorschläge des Denkmalschützers gebe es bereits. Auch mit Blick auf einen behindertengerechten Zugang, ebenfalls ein Wunsch des Fördervereins.

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