Baesweiler: Thermografische Messung: Wertvolle Tipps zum Energiesparen

Baesweiler: Thermografische Messung: Wertvolle Tipps zum Energiesparen

Gerhard Weiß läuft um den Altbau der Familie Schmitz in der Baesweiler Kückstraße. In seiner Hand hält er eine Kamera. Rote, gelbe und blaue Farben flackern über den Bildschirm, stellen unscharf den Gebäudeumriss nach.

„Heute sind eigentlich keine idealen Bedingungen für eine Messung. Aber hier sieht man: An den Fenstern haben Sie schon einmal was gemacht“, sagt er zu Claudia Schmitz, der Hausbesitzerin, und erklärt: „Eigentlich müsste bei einer thermografischen Messung eine Temperaturdifferenz von 15 Grad zwischen außen und innen herrschen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.“ Aber um eindeutige Resultate geht es an diesem Abend gar nicht.

„Es ist im Interesse der Stadt, die Bürger aufzuklären, was für Energiesparmaßnahmen es gibt. Deshalb haben wir den Spaziergang durch die Innenstadt organisiert“, so Iris Tomczak-Pestel, Technische Dezernentin der Stadt Baesweiler. Gerhard Weiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale der Städteregion, klärt Interessierte währenddessen auf, wie eine thermografische Messung überhaupt funktioniert und wann sie empfehlenswert ist.

„Man kann mit dieser Infrarotkamera jegliche Art von Temperaturdifferenz sichtbar machen“, erläutert er. Verschiedene Farben kennzeichnen unterschiedliche Temperaturen. So kann man auf dem Bildschirm des Geräts erkennen, an welchen Stellen des Hauses Wärme nach außen dringt.

Diese sogenannten Wärmebrücken treten häufig in Eckbereichen auf, können aber auch an jeder Außenwand oder dem Dach zu finden sein. „Daran kann man erkennen, wo ein Haus gut gedämmt wurde und wo nicht“, so der Energieberater. „Hier, sehen Sie: An der Ecke heizt Familie Schmitz für Baesweiler mit“, scherzt er.

Doch die Interpretation der Analyse ist voller Tücken. „Man kann mit dem Gerät nur die Oberflächentemperatur messen.“ Daher sei das Wetter bei einer Messung entscheidend. In der Regel wird sogar nachts gemessen, um zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung erhitzte äußere Hauswände zu vermeiden. Und auch glatte Oberflächen erschweren eine Deutung. „Flächen wie Metall oder glasierte Dachziegel reflektieren die Strahlung“, erklärt der Energieberater. Dadurch werde die Außentemperatur auf der Kamera widergespiegelt, nicht die Wärme, die aus dem Inneren kommt. Deshalb sei es unabdingbar, die Analyse von einem Fachmann deuten zu lassen, betont er.

Im Anschluss kann der Hausbesitzer dann selbst entscheiden, ob und wo er nach einer Messung nachbessern möchte, um langfristig Kosten einzusparen oder eine Schimmelbildung zu vermeiden. „Oft reicht es schon, wenn Kleinigkeiten ausgebessert werden“, gibt der Energieberater zu bedenken. Vor allem bei älteren Bauten rät er zu einer Messung.

Claudia Schmitz hat an ihrem Altbau bereits einige Fenster erneuert und das Dach saniert. „Es ist gut, zu sehen, an welchen Stellen noch Wärme durchkommt. Dann wissen wir, wo wir noch sinnvolle Folgemaßnahmen ergreifen müssen“, zeigt sie sich nach der Messung dankbar.