Würselen: Theaterverein Bardenberg will jedes Jahr aufs Neue begeistern

Würselen : Theaterverein Bardenberg will jedes Jahr aufs Neue begeistern

„Stress im Champus-Express“, „Saure Zeiten“ und „Love and Peace im Landratsamt“ — wer in den letzten Jahren das Programm des Theatervereins Bardenberg mitverfolgt hat, wird wissen, dass dies nur drei von insgesamt zehn Komödien sind, die die Truppe in den vergangenen zehn Jahren auf die Beine gestellt hat.

Was 2008 mit der Abspaltung von der traditionsreichen Heimatbühne begann, hat sich nun selbst in der regionalen Theaterszene etabliert.

Jedes Jahr im Herbst freuen sich mittlerweile mehr als 1000 Zuschauer bei insgesamt sieben Veranstaltungen in Bardenberg, Merkstein und Stolberg auf das neuste Stück des Theatervereins Bardenberg. Die Gruppe besteht aktuell aus 19 aktiven Mitgliedern, zehn von ihnen sind bereits seit der Gründung dabei. „Bei uns gibt es keine Hierarchien. Wir entscheiden gemeinsam über das nächste Stück, jeder bringt sich ein und wir ziehen alle an einem Strang“, erklärte Heike Bongard-Landes, Mitwirkende und Medienbeauftragte des Theatervereins Bardenberg. „Ich denke, das Publikum spürt, dass bei uns die Harmonie stimmt!“

Nach dem Stück ist vor dem Stück. Wenn sich der Vorhang der letzten Spielzeit schließt, sitzen die Mitglieder kurze Zeit später schon wieder zusammen und überlegen, welcher Theaterstoff als nächstes in Frage kommt. „Wenn viele von uns Lust und Zeit haben, eine Rolle zu übernehmen, dann wird im Zweifel das ausgewählte Drehbuch umgeschrieben und erweitert. Dann erschaffen wir gemeinsam weitere Rollen, bis alle zufrieden sind“, sagte Bongard-Landes. Die sieben Monate aktive Probenzeit enden immer mit einem intensiven Probenwochenende, bei denen „mit Kind und Kegel“ ein Landhaus in der Eifel gemietet wird, wo der letzte Feinschliff an Mimik, Gestik und Schauspielkunst vorgenommen wird. „Die Wochenenden schweißen uns noch enger zusammen. Wir sind wie eine große Familie“, freute sich Bongard-Landes.

Endlich ein eigener Probenraum

Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins gibt es hinter den Kulissen eine großartige Neuigkeit: Der Theaterverein Bardenberg bekommt endlich einen eigenen Probenraum. Im Nautilus, der ehemaligen Schule am Kaiser in Bardenberg, stellt die Stadt Würselen einen Raum zur Verfügung, der zwar noch renoviert und restauriert werden muss, dem Theaterverein dann aber zur Verfügung steht. Bongard-Landes erklärte die Vorteile: „Dort können wir unsere Bühne stehen lassen und viel effektiver proben. Der eigene Probenraum ist ein Wunsch, den wir schon sehr lange haben. Es ist einfach toll, dass dieser Wunsch zum zehnten Geburtstag nun endlich in Erfüllung geht. Ein echter Meilenstein in der Vereinsgeschichte!“

Und Wünsche für die nächsten zehn Jahre? „Wir möchten weitermachen wie bisher, uns steigern und dem Publikum immer wieder aufs Neue viel Spaß bereiten!“ Da sind sich alle einig. Auch die Unterstützung gemeinnütziger Zwecke, dessen Aufgabe auch in der Vereinssatzung verankert ist, soll in Zukunft fortgeführt werden. Bongard-Landes erläuterte die „Ausbeute“ der letzten zehn Jahre: „In der gesamten Vereinsgeschichte haben wir über 11000 Euro an gemeinnützige Vereine, Institutionen, Kindergärten oder Ähnliches in der Region gespendet. Dieser Tradition bleiben wir natürlich auch weiterhin treu!“

Premiere im Herbst

Zurzeit finden die Proben für ihr neustes Stück „Grand Malheur“ statt. In der Komödie, die in einem Kur- und Wellnesshotel spielt, treffen wieder verschiedene Menschen aufeinander — jeder mit seiner eigenen Geschichte. Wenn spionierende Hoteldirektoren auf verliebte Friseure und gut aussehende Fitnesstrainerinnen treffen, ist Chaos vorprogrammiert. Der einzige, der dabei noch Ruhe bewahren kann, ist Hausmeister Hans.

„Mehr wird aber noch nicht verraten“, schmunzelte Bongard-Landes. Bis zur offiziellen Presseprobe für das neue Stück müssen sich die Fans des Theatervereins deshalb noch etwas gedulden. Doch die nächste Premiere im Herbst kommt ganz bestimmt!

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