Alsdorf: Theatergruppe „Kult“ begeistert Publikum in der Marienschule

Alsdorf: Theatergruppe „Kult“ begeistert Publikum in der Marienschule

Das Provinztheater einer Kleinstadt steht vor dem Aus. Die letzte Musicalaufführung war ein Flop, die nötigen Einnahmen fehlen und die Gagen für die Schauspieler und den Inspizienten sind nicht mehr zu stemmen. Mit dieser Thematik konfrontiert die freie Theatergruppe „Kult“ das breit gefächerte Publikum am Freitagabend in der Marienschule in Alsdorf.

Es war die Auftaktveranstaltung ihres neuen Programms „Plötzlich Premiere — Halb falsch und halb echt“, das noch bis Ende November in Alsdorf und Stolberg aufgeführt wird.

„Es ist ein Theaterstück der besonderen Art“, meint Sigrid Rombach, Lehrerin der Marienschule und Organisatoren der Theatergruppe. Schließlich sei in Eigenregie ein Stück im Stück entstanden. Mittlerweile ist es die achte Produktion von „Kult“, die ganz nach dem Motto „Kommt und lebt Theater“ spielen.

Wie bitter das Leben eines Bühnenkünstlers jenseits des Rampenlichts sein kann, zeigt „Kult“ auf humorvolle und ironische Weise. Schrille Kostüme, dickes Make-up und das teils chaotisch wirkende Bühnenbild erinnern dabei an eine Travestieshow. Und genau das ist es, was der Masse an diesem Abend gefällt. Nach den Dialogen folgt lautes Gelächter, amüsiert applaudieren die Zuschauer im Minutentakt. Doch trotz allem Humor geht es um ein ernstes Thema. Denn die Schattenseiten eines vermeintlichen Traumberufs werden beleuchtet.

Amateure müssen überzeugen

Während einige Schauspieler und Crewmitglieder des Provinztheaters längst ihre Illusionen aufgegeben haben und sich vom Schauspielern abwenden, beweist der Inspizient, gespielt von David Rombach, Durchhaltevermögen. Er will das sinkende Schiff nicht verlassen und versucht zu retten, was noch geht. Also müssen nun Amateure, die alles andere als bühnentauglich sind, im grellen Scheinwerferlicht glänzen.

Die Unterschiede zwischen der Rolle, die sie einen Abend lang schauspielerisch darstellen, und ihrem privaten Leben könnten allerdings kaum größer sein. Alle 13 Darsteller sind ehemalige Schüler, besuchten einst die Theatergruppe der Alsdorfer Marienschule und haben später ihr Abi gemacht, ein Studium oder eine Ausbildung begonnen. Ihre Leidenschaft für das Theater ist jedoch geblieben. Das ist auch während der Premiere spürbar und zwar nicht nur auf der Bühne. Denn die komplette Veranstaltung, inklusive Technik, wird von den Ehemaligen organisiert.

Das Stück kombiniert den traurigen Alltagsfrust mit einem Hauch Glamour. Der Hang zur Übertreibung ist nicht zu verleugnen. In Alsdorf wird das Stück noch am Freitag, 4., und Samstag, 5. November, um 20 Uhr in der Marienschule aufgeführt. Außerdem wird es Aufführungstermine am Samstag, 26., und Sonntag, 27. November, in Stolberg geben.