Herzogenrath/Aachen: Theater: „Flurfunk“ verrät viel über den Zeitgeist

Herzogenrath/Aachen: Theater: „Flurfunk“ verrät viel über den Zeitgeist

Als „Teenager zwischen Tragödie und Komödie“ standen die Schülerinnen und Schüler der Theatergruppe des Berufskollegs Herzogenrath jetzt auf der Bühne im Grenzlandtheater Aachen. Die Aufführung vom Stück „Flurfunk“ im Rahmen der Schultheatertage der Städteregion Aachen war ein großer Erfolg.

Von Beginn an gab es viel zu lachen bei der Inszenierung unter der Leitung von Christiane Albrecht und Birgit Radermacher und mit künstlerischer Unterstützung von Anja Geurtz. Die Handlung spielt sich in der Schule ab. Mitschülerin Ella hat zu einer Party eingeladen. Was früher der Flurfunk auf den Gängen der Schule und auf dem Pausenhof war, das ist heute der Chat per WhatsApp.

Alle sind aufgeregt, überlegen was sie anziehen und wo sie am besten vorglühen. Die schicken Modepüppchen, die coolen Möchtegerns und sogar die beiden Ober-Nerds der Schule wollen diesmal mitfeiern. Wunderbar amüsant ist die überzeichnete Jugendsprache. Musikalische Einspielungen wie „Here comes the WhatsApper“ oder „First let us take a selfie“ nehmen den Konsum der sozialen Medien aufs Korn. Auf der Leinwand im Hintergrund werden WhatsApp-Chats sowie Facebook- und Instagram-Profile eingeblendet. Auf der Party treffen schließlich alle aufeinander — die Coolen, die Nerds und irgendwann auch die, die keiner auf der Party haben wollte. Die Tanzszenen sind mit Discolicht und lauter Musik perfekt dargestellt.

Es geht um Liebe, Sex und Verrat

Abwechselnd kommen die verschiedenen Grüppchen zu Wort und stehen dann jeweils im Fokus. In den Gesprächen geht es natürlich um Liebe, Sex, Freundschaft, Verrat, Geschwisterkrieg. Und es ist viel zu viel Alkohol im Spiel, was den Mund lockert und zu amüsanten Verwicklungen führt. Die Inszenierung der Schüler vom Berufskolleg Herzogenrath ist ein äußerst kurzweiliges Porträt der Jugend von heute, einer Generation, die ständig vernetzt und in den Sozialen Medien präsent ist. Altbekannte Phänomene in der Schule wie die Grüppchenbildung, das Tragen bestimmter Kleidung oder auch die erste große Liebe werden hier authentisch dargestellt. Das Publikum im voll besetzten Grenzlandtheater war begeistert und spendete großen Applaus.