Aachen/Herzogenrath: Theater 99: Knastkinder nicht vergessen

Aachen/Herzogenrath: Theater 99: Knastkinder nicht vergessen

Das Gastspiel der Herzogenrather Gymnasiasten im Rahmen der Schultheatertage der Städteregion Aachen bot jetzt ein eindringliches Schauspiel: Das Stück „Knastkinder“ von Rüdiger Bertram handelt von Mädchen und Jungen auf den Philippinen, die unter grauenhaften Bedingungen im Gefängnis sind.

Sie sind eingesperrt in Käfige, krank, hungrig, hilflos der Gewalt ausgesetzt und von der Welt vergessen. 20 Schülerinnen und Schüler machen mit, um das sozialkritische Stück zu inszenieren.

Jonathan (gespielt von Anton Kamps) gerät an eine Mädchen-Gang. Foto: Krüsmann

Eine Lobby schaffen

„Weltweit sitzt eine Million Minderjährige in Gefängnissen, die meisten von ihnen in den Knästen der Entwicklungsländer. Von ihnen handelt das Stück“, erklärt Wilma Hoekstra-von Cleef, die die Theatergruppe leitet. Das Schauspiel wolle den betroffenen Kindern eine Lobby schaffen und zur Änderung der Zustände beitragen.

Erzählt wird die Geschichte vom 13-jährigen Jungen Jonathan (gespielt von Anton Kamps), der sich während eines Urlaubs aus dem Hotel seiner Eltern schleicht, weil er keine Lust auf das langweilige Besuchsprogramm hat. Er denkt, er könne auf sich selbst aufpassen. Kann er aber nicht: Eine Mädchen-Gang (Doreta Nik, Cayda Alfunkaya und Almela Lückhoff) legt ihn herein. Jonathan wird für ein Straßenkind gehalten und kommt ins Gefängnis.

Die 75-minütige Aufführung im Aachener Theater 99 war beeindruckend, wirkte nach: Dieses Stück hat es in sich. Was die circa 15-Jährigen da auf die Bühne bringen, kommt ohne großes Bühnenbild aus. Allein ihr Spiel, ihre Dialoge treffen ins Mark des Publikums und rütteln auf.

(nina)
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