Alsdorf: Telekom will neun von 19 Telefonzellen abbauen

Alsdorf: Telekom will neun von 19 Telefonzellen abbauen

Nicht zum ersten Mal hat sich die Telekom an die Stadt Alsdorf gewandt, um Telefonzellen abzubauen. Nun steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses. Neun von 19 Standorten sind betroffen und können laut Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

Als da wären: auf Höhe Falterstraße 17, Aldenhovener Straße 14, Osterfeldstraße 43, Pestalozzistraße 39, Von-Ketteler-Straße 1, Neulütticher Straße 42, Oidtweilerweg 1, Luisenstraße 72 und Gerhard-Hauptmann-Platz 11\. Am geringsten ausgelastet seien die ersten vier.

Allerdings würden mit dem Wegfallen der Standorte Aldenhovener Straße und Osterfeldstraße die Ortsteile Bettendorf und Broicher Siedlung gänzlich ohne öffentliche Fernsprecher auskommen müssen.

Geringe Relevanz für Notrufe

Im Vorfeld der Sitzung hatte die Verwaltung bei der Telekom nachgefragt, wie häufig von den alten Telefonen Notrufe abgesetzt würden. Das Unternehmen klärte dies über eine Anfrage bei der Polizei. Diese sagte: so gut wie nie.

Die Auswahl der Standorte beschränkt sich nicht nur auf die reine Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf die Verbreitung von Festnetzanschlüssen. Laut Telekom ist in Alsdorf eine Vollversorgung erreicht — von der Handy-Verbreitung und der „Telefonierbedürfnisse der Bürger“ mal ganz abgesehen.

Die Stadt Alsdorf muss dem Abbau der Telefonzellen nicht zustimmen — anders formuliert: Für jede Standortaufgabe muss die Kommune eine Genehmigung erteilen.

Verwehrt die Stadt diese, müsste die Telekom die Münzapparate auf sogenannte Basistelefone mit Telefonkarten umrüsten.

Bereits im Jahr 2008 hatte die Telekom bei der Bundesnetzagentur den Abbau von 10000 öffentlichen Fernsprechern an extrem unwirtschaftlichen Standorten beantragt — und grünes Licht erhalten.

Der Stadtentwicklungsausschuss hatte den darauffolgenden Antrag der Telekom, fünf Standorte in Alsdorf aufgeben zu dürfen, mit Mehrheit abgelehnt. Nun wird neu entschieden.

Die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beginnt heute Abend um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses an der Hubertus-straße 17\. Sie ist öffentlich, Bürger können Fragen stellen.

(vm)
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