Würselen: Telefon-Aktion am Mittwoch zum Thema Rückenschmerzen

Würselen: Telefon-Aktion am Mittwoch zum Thema Rückenschmerzen

Rückenschmerzen kennt so ziemlich jeder. Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein. Eine ist der Verschleiß der Wirbelsäule, der in einem frühen Stadium zu einem Bandscheibenvorfall und später zu Spinalkanalstenosen führen kann. Bei letzterem wird der Spinalkanal, durch den die Nerven laufen, so verengt, dass die Nerven eingequetscht werden.

Beschwerden schon mit 15 Jahren

Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen — Ärzte antworten“ informiert am Mittwoch, 18. September, Privatdozent Dr. Rolf Sobottke, Chefarzt der Klinik für Orthopädie am Medizinischen Zentrum Städteregion Aachen, gemeinsam mit seinem Leitenden Oberarzt Dr. Thomas Kaulhausen über Diagnose und Therapie von Wirbelsäulenbeschwerden.

Unsere Wirbelsäule ist eine komplexe Konstruktion, die aus 24 freien Wirbeln sowie dem Kreuz- und Steißbein besteht. Die Beweglichkeit wird durch die sogenannten Bewegungssegmente ermöglicht.

Jedes Segment besteht aus zwei Wirbelkörpern, der dazwischen liegenden Bandscheibe, den paarweise angeordneten Wirbelbogengelenken (Facettengelenken) sowie Muskeln, Bändern und Nerven. Im Spinalkanal verlaufen die Nerven, die an beiden Seiten aus den Wirbellöchern austreten.

Mit den Jahren sinkt der Wassergehalt der Bandscheibe und sie verliert an Höhe. Die Wirbelkonstruktion lockert sich und die Wirbelbogen werden stärker belastet, was zum Verschleiß führt.

Typische Beschwerden bei einer Verschleißerkrankung der Wirbelsäule, so Dr. Sobottke, seien Rückenschmerzen und/oder Beinschmerzen, die vom Rücken ausgehen, die klassischen Ischiasbeschwerden. „Davon können alle Altersgruppen betroffen sein.

Man kann schon mit 15 Jahren einen Bandscheibenvorfall bekommen. Das typische Alter dafür ist um die 40. Ab 65 Jahren treten dann verstärkt Spinalkanalstenosen und degeneratives Wirbelgleiten auf.“

Ausführliche Diagnose nötig

So komplex, wie unsere Wirbelsäule, sind auch die genauen Ursachen für die Beschwerden, da hier mehrere Faktoren zusammenkommen. „Die Wirbelsäule besteht nicht nur aus einem Gelenk, wie beispielsweise die Hüfte, sondern aus mehreren, was eine Diagnose aufwändiger macht“, erläutert der Orthopäde.

Die Diagnose beginnt daher mit einem ausführlichen Patientengespräch, gefolgt von einer eingehenden körperlichen Untersuchung. Mit Hilfe bildgebender Verfahren wie Röntgen (Knochen) und Kernspintomografie (Weichteile, Bandscheiben, Spinalkanal) wird die Diagnose eingegrenzt. Nach diesem Befund wird die Therapie festgelegt.

Meist wird zunächst konservativ behandelt, mit Medikamenten, Spritzen, Krankengymnastik und Physiotherapie. Sind diese Möglichkeiten ausgereizt und tritt keine dauerhafte Besserung ein, werden weitere Schritte, darunter die Indikation für eine Operation geprüft. Das sei jedoch ganz individuell vom Einzelfall abhängig, so Dr. Sobottke.

Zu Fragen rund um das Thema Wirbelsäulenbeschwerden stehen die beiden Fachärzte am Aktionstag zwischen 14 und 16 Uhr zur Verfügung. Die Telefonnummern, unter denen sie zu erreichen sind, geben wir am Tag selbst in einer gesonderten Meldung bekannt.

(ath)
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