Herzogenrath: Technologiepark Herzogenrath: Michael Eßers übernimmt Führung allein

Herzogenrath : Technologiepark Herzogenrath: Michael Eßers übernimmt Führung allein

Gemeinsam haben sie das Schiff TPH wieder auf Kurs gebracht, nun trennen sich ihre beruflichen Wege, zumindest offiziell: Professor Dr. Axel Thomas, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion (WFG), deren Geschäftsbetrieb und Betriebsphase mit hautamtlichem Personal im Juli ausläuft, und sein Leiter Ansiedlungsmanagement, Michael Eßers.

Im April vergangenen Jahres hatten sie die Geschäfte an der Roermonder Straße im Zuge eines Geschäftsbesorgungsvertrags übernommen. Da war die TPH-GmbH hochdefizitär: Das Jahr 2015 hatte noch ausgeglichene Zahlen erbracht, in 2016 wies die Bilanz hingegen ein Minus von 170.000 Euro aus.

Was die beiden neuen Steuermänner im Folgejahr in nur knapp neun Monaten wieder in ein Plus von 150.000 Euro verwandelten. So dass die TPH-GmbH jetzt auch wieder Steuern an die Stadt zahle, wie Thomas darlegt. „Auch die Auslastung, die auf 92 Prozent gesunken war, haben wir wieder gesteigert: auf 96 Prozent in 2017. Mittlerweile beträgt sie sogar wieder 99 Prozent.“ Zum Monatsende läuft der Geschäftsbesorgungsvertrag aus, ab dann wird Michael Eßers die Geschicke eines der größten Technologieparks in Deutschland allein weiter leiten.

Innerbetriebliche Straffung

Um das 2016 eingetretene Problem im Bereich Kostenmanagement und Organisation wieder einzuholen, haben die beiden Wirtschaftsexperten den TPH im vergangenen Jahr zunächst „auf null“ gestellt, wie sie es ausdrücken, und die Geschäftsabläufe von der innerbetrieblichen Straffung bis hin zur Akquise neu aufgestellt.

Im Bereich des Marktauftritts arbeitet die Gesellschaft an einem Konzept „zur kontinuierlichen Verbesserung“. Thomas betont, dass die Mieterstruktur nun wieder technologieorientierter geworden sei — bei weitem nicht nur, um dem Eingangsslogan „Technologie der Spitzenklasse“ auf der neu gestalteten Website auch weiterhin gerecht werden zu können.

Neue Firmen, etwa aus den Bereichen Lasertechnik oder Automotive — zuletzt der südkoreanische Automobilzulieferer CTR — wurden angesiedelt. Noch in diesem Monat kommt ein spanisches Medizintechnik-Unternehmen hinzu. Rund 70 Firmen sind im TPH-Komplex momentan beheimatet.

Im Kontext gefälliger Infrastruktur und sehr gut ausgebauter Verkehrsanbindungen, die neben der Technologie-Ausrichtung zwei weitere Pluspunkte bei der Akquise darstellen. Hohes Augenmerk liegt auf passgenauen Flächenzuschnitten für die Mieter — bis hin zur Ein-Büro-Lösung für Firmengründer. Weiterhin unter dem Namen Co:Forward firmiert der „Business-Inkubator“, der seinen Mitgliedern „flexible und günstige Arbeitsplatzangebote mit zeitgemäßer Infrastruktur“ anbietet.

Neben dem TPH wird Michael Eßers auch Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Herzogenrath. Eßers, der aus Herzogenrath stammt, ist 42 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Töchter im Alter von zehn und sieben Jahren.

Know-how für seine Tätigkeiten in Herzogenrath bringt er nicht nur durch sein Studium der Fächer Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, politische Wissenschaft und Internationale Technische und Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ITWZ) an der RWTH Aachen ein, sondern auch durch seine fast 14-jährige Tätigkeit bei der WFG, in der er unter anderem Geschäftsführer von unterschiedlichen Entwicklungsgesellschaften war und ist.

„Und es ist gut, den Standort gut zu kennen“, sagt Eßers selbst, der sich auch durch die jahrelange Zusammenarbeit mit Professor Thomas für seine weitere Aufgabe gut gerüstet sieht: „Er war ein hervorragender Chef, bei ihm habe ich gut und vieles gelernt“, dankt er „für die Unterstützung“ und legt sogar noch einen drauf: „Es ist wichtig, einen starken Chef zu haben, und den hatte ich!“ Der so Gewürdigte gibt einen Teil der Lorbeeren prompt zurück: „Sie bleiben auf der Überholspur, und ich gehe auf die Abbiegespur.“

Mehr von Aachener Zeitung