1. Lokales
  2. Nordkreis

Alsdorf: Tänzerisches Können unter Beweis gestellt

Alsdorf : Tänzerisches Können unter Beweis gestellt

Schillernde Kostüme, Pailletten, Strass: Es riecht nach Nervosität und Anspannung. Aufgeregte Eltern sitzen im Saal der Stadthalle und unterstützen die Tänzer.

Zum 33. Mal fand das Qualifikationstanzturnier zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in karnevalistischen Tänzen statt. Tanzmariechen, Tanzgruppen, Garden und Schautänze werden dabei präsentiert und von zehn Jurymitgliedern bewertet.

Veranstaltet wird das Turnier vom Bund Deutscher Karneval (BDK), dabei ist der Ausrichter die KG Scharwache Alsdorf.

„Insgesamt wird es ungefähr 150 Auftritte geben”, erzählt der Vorsitzende Hans Bauer. Er ist an den beiden Tagen „quasi das Mädchen für alles”.

Garderobenbelegungen müssen koordiniert, die Ankunft der Vereine gemanagt werden. „Aber das ist alles nur eine Sache der Organisation”, berichtet Bauer weiter, „darum fangen wir damit auch immer sehr früh an.”

Die Ausschreibungen für nächstes Jahr sind bereits zu Sessionsanfang. Und nicht nur Vereine aus der Umgebung nehmen teil. Eine Tanzgarde der Junioren kommt sogar aus Karlsruhe.

In Einzelauftritten treten die Jugend (Sechs- bis Zehnjährige) und die Junioren (Elf- bis 14-Jährige) gegeneinander an. Dabei müssen sie sich den harten Bewertungskriterien stellen.

Kostüm, Darstellung der Tanzdisziplin und Schrittvielfalt sind nur einige der Punkte, die die Junioren bewerten. Sie arbeiten ehrenamtlich und werden oft als „nicht gerecht” betitelt.

„Sie bringen viel Idealismus mit, schließlich geht es im Endeffekt um die Deutsche Meisterschaft. Und dann kommt es natürlich vor, dass schon mal ein paar Tränchen fließen!”

Hans Bauer hat mit der Zeit auch ein Auge für die Bewertung bekommen. „Die Koordination ist äußerst wichtig.”

Keine Sorgen machen

Martina Lok ist Trainerin des amtierenden Deutschen Meisters im Gardetanz der Jugend. Christina und Philipp Rüben müssen sich um ihre Teilnahme bei den Meisterschaften für dieses Jahr keine Sorgen machen.

„Sie sind automatisch dabei, um ihren Titel zu verteidigen”, sagt Lok. Sie trainiert mit den Kindern zweimal die Woche für zwei Stunden.

Wenn es auf die Sessionszeit zugeht, auch mehr. Dabei wird insbesondere die Akrobatik, Haltung und Schrittkombination verfeinert.

Doch bei Martina Lok wird nicht einfach so drauflos gehüpft. Erst nach einem ausgiebigen Aufwärmprogramm beginnt das Training.

Doch achtet die Sportlehrerin auf eine Sache besonders: „Ich habe mich in meiner Laufbahn als Lehrerin auf die Rückenschule spezialisiert. Ich will nicht, dass sich die Kleinen überheben und nachher mit 30 in Rente gehen müssen, nur weil sie in ihrer Jugend einem Hobby nachgegangen sind.” Vielleicht gab es gerade deswegen noch keine großen Verletzungen.

„Man hat zwar schon einmal eine kleine Zerrung, aber was Schlimmes ist Gott sei Dank noch nie passiert.” Ein Arzt ist bei den Turnieren immer dabei, genau wie ein Sanitätsdienst. Doch auch diesmal gibt es keine großen Zwischenfälle.

Nachdem die Tanzmariechen ihr Können unter Beweis gestellt haben, folgt der Auftritt der Jugend in der Disziplin Schautanz. „Es ist schon verwunderlich, was sich die Trainer immer wieder einfallen lassen.”

Hans Bauer beobachtet begeistert die Kleinen der KG Attendorn, die sich unter dem Thema „Engel sein ist Teuflisch” präsentieren.

Die Kinder haben den ganzen Tag über volles Programm. Normalerweise tanzen sie sowohl den Schau- als auch den Gardetanz, und einige haben noch einen Auftritt als Tanzmariechen. Es ist also kein Wunder, dass sie das gesamte Jahr über proben, damit nachher die Choreographie perfekt sitzt.

Nach dem Auftritt der fünf Vereine folgt eine kurze Pause, in der das Siegerpodest aufgebaut wird. Selbst Präsident Hubert Mertens packt mit an und rückt alles zurecht.

Die KG Lövenicher Hoppesäck belegt den ersten Platz. Mit ihren prachtvollen Kostümen zum Thema „Die Vogelhochzeit” überzeugten sie die Jury und dürfen nun am Halbfinale teilnehmen.