Nordkreis: Suche nach Erinnerung wird zum verwirrenden Spiel

Nordkreis: Suche nach Erinnerung wird zum verwirrenden Spiel

Simon Cable erwacht im Krankenhaus - und kann sich nach zweiminütigem Herzstillstand und Reanimation an nichts mehr erinnern. Was ist mit ihm geschehen? Ist er wirklich vergiftet worden? Was hat er in den vergangenen zwei Jahren gemacht? Wer sind die beiden Frauen, die ihn besuchen und unter Druck setzen?

Fragen über Fragen, die in „Die Hölle wartet nicht”, einem spannenden Krimi mit typisch schwarzem, englischen Humor und mystisch-unheimlichen Hintergrund sowie skurrilen, teilweise grotesken Zügen aufgeworfen werden. Auf die Bühne gebracht wurde das Stück, geschrieben von Michael Cooney, von „Spielfreu(n)de 2010” im Alten Rathaus in Würselen.

Diese Theatergruppe entwickelte sich aus einem Kurs der Volkshochschule Nordkreis „Grundlagen der Schauspieltechnik”. Der Spaß am Theater und die Spielfreude der Kurs-Teilnehmer ließ den Wunsch reifen, die vermittelten Techniken in einem Theaterstück auch umzusetzen. Unter der Regie der Schauspielerin Stefanie Otten begeisterte sich die Gruppe für den Cooney-Krimi in der Übersetzung von Saskia Wesnigk (Originaltitel „Point of Death”). In knapp acht Monaten, in denen wöchentlich geprobt wurde, entwickelte die Gruppe das Stück bis zur Bühnenreife. Bereits die Premiere war ein voller Erfolg.

Lebten sich doch die jungen Akteure in ihren Rollen professionell aus, so dass die Zuschauer vom schwarzen englischen Humor, hellauf begeistert waren. Sie spendeten mehr als einmal nur auch Szenenapplaus. Lange mussten sie sich in Geduld üben, bis das Geheimnis um Simon Cable (Dirk Verhoolen) gelüftet wurde.

Die junge, bisweilen konfuse Kinderärztin Dr. Morris (Daniela Otten) beruhigt den Patienten und versichert ihm, dass sich seine Erinnerungen sicher nach und nach wieder einstellen werden. Während sich die Ärztin und die Schwester Carlisle (Leni Besgens/Marie Ross-Willms) in ein Kompetenzgerangel verwickeln, schläft den Krankenpfleger Travis (Michael Straten) neben dem Krankenbett ein. Es tauchen zwei Frauen auf, die den Kranken auf ihre eigene weibliche Art unter Druck setzen, die Blonde Clair (Vera Braun/Merve Aylin Dursun) und die Brünette Anna Hathaway (Birgit Stegink). Sie suggeriert ihrem „Ehemann”, seinen Bruder umgebracht zu haben.

Weitere Aufführungen

Die Suche nach der Erinnerung wird zum verwirrenden Spiel. Je mehr Bruchstücke ans Licht kommen, desto wahnwitziger erscheint Simon die Realität. Nach und nach fallen ihm Geschehnisse der Vergangenheit ein - er erfährt Dinge über sich, die er lieber nicht wüsste. Fleißig mit mischen noch Patient Mr. Travitt (Bernhard Bienemann) und Peter Cable (Bernhard Bienemann/Michael Straten). Weitere Aufführungen gibt es am Freitag, 7. Mai, und Samstag, 8. Mai, jeweils um 20 Uhr im Burgtheater in Stolberg, Willy Brandt Platz.

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