Würselen: Stuart Eason holt mit dem 179. Schuss den Königsvogel von der Stange

Würselen : Stuart Eason holt mit dem 179. Schuss den Königsvogel von der Stange

Einen nahezu perfekten Pfingstmontag erlebten die Schützen der St.-Sebastianus-Schützen-Gesellschaft Würselen 1624 mit ihren vielen Gästen und Freunden beim Bürgerfest und 394. Königsvogelschuss im Würselener Stadtgarten

Fast schon sommerliches Wetter, eine hervorragend gute Stimmung, viele Gäste im schönen Stadtgarten — bis am frühen Abend die Schützen eine Unwetterwarnung erreichte, doch auch diese Herausforderung meisterten die Gesellschaft mit ihren Präsidenten Hans-Peter Claessen souverän.

Begonnen hatte das große Bürgerfest für Jung und Alt mit dem von Geschäftsführer Frank Lube moderierten Jungenspiel-Königsschießen. Dieser spannende Wettbewerb mit den drei Jungenspielen Bissen, Markt-Preck und Oppen-Haal erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Sehr zur Freude des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele (AWJ), Hans Maaßen, der das Geschehen mit Interesse verfolgte.

Nach knapp 90 spannenden Minuten brandete bei den Fans des Oppen-Haaler Jungenspiels großer Jubel aus: Andreas Roß aus Oppen-Haal landete mit dem 82. Schuss einen Volltreffer und ist somit „Jungenspielkönig 2018“. Damit bleibt der Jungenspielvogel nach dem letztjährigen Erfolg von Ulrich Grossmann in Oppen-Haal. Schlag auf Schlag ging es weiter, der Stadtgarten füllte sich. Die kleinen Gäste kamen beim Mitspiel-Circus „Mini Max“ und bei der Präsentation des Löschzuges Würselen-Mitte der Feuerwehr voll auf ihre Kosten.

Präsident Hans-Peter Classen hieß die vielen Freunde der Gesellschaft herzlich willkommen. Zuvor waren die aktiven Schützen mit ihrem kommissarischen Hauptmann Holger Deussen zu den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ unter der neuen Leitung von Tobias Jagmann vor dem Schießstand angetreten. Ein besonderer Gruß galt auch Bürgermeister Arno Nelles, Bezirksbundesmeister Karl-Josef-Offermanns, Diakon Michael Lang und Bezirkskönig Egon Donath.

Segnung wird nachgeholt

Nach den Ehrenschüssen und den Salven der „Donnerbüchsen“ der St.-Sebastianus-Schützen aus Bardenberg folgte ein fast dreieinhalbstündiger Wettkampf, wie immer locker und humorvoll moderiert vom Vizepräsidenten Dirk Nehr. Bereits nach dem 80. Schuss musste das Schwarzpulver-Gewehr getauscht werden, da der Lauf heiß gelaufen war. Die zweite Waffe hielt weitere 80 Schuss. Die Spannung stieg weiter. Zu diesem Zeitpunkt zogen bereits dunkle Wolken am Himmel auf: Feuerwehr-Löschzugführer Ulrich Grossmann gab den Hinweis, dass sich ein Gewitter schnell nähern würde. Daraufhin rief Vizepräsident Dirk Nehr alle Schützen zusammen, damit der Vogelschuss zügig weitergehen konnte.

Drei Gewehre waren schließlich nötig, bis Stuart Eason mit dem 179. Schuss den Königsvogel zur Strecke brachte und das Königsspiel wieder nach Markt-Preck holte. Der Schatzmeister der Gesellschaft war bereits im Jahr 2015 zum ersten Mal König. Die Würde des Ehrenkönigs errang Schießmeister Gerhard Hendriks.

Das Timing war perfekt: Erst nachdem der Vogel von der Stange geholt und die Schützen ihren neuen König hochleben ließen, ging ein kräftiger Gewitterschauer nieder.

Besucher und Schützen hatten aber noch genügend Zeit, sich unter die Schirme und Zelte ins Trockene zu retten. Ins Wasser fiel jedoch die Segnung, die in der Festmesse an Fronleichnam in St. Sebastian nachgeholt wird.

(ro)
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