Nordkreis: Straßennamen erinnert an Alsdorfer Kirchenmusiker

Nordkreis : Straßennamen erinnert an Alsdorfer Kirchenmusiker

ALSDORF Ältere und „mittelalterliche“ Alsdorfer erinnern sich noch an ihn — und bald Zuziehende im Neubaugebiet an der Marie-Juchacz- beziehungsweise von Ketteler-Straße lernen ihn gleich bei ihrem Einzug durch ein Straßenschild kennen: den Alsdorfer Kirchenmusiker und Komponisten Johann Lütter.

Was lange währt, wurde endlich gut: Im Beisein von stellvertretendem Bürgermeister Heinrich Plum wurde die Johann-Lütter-Straße mit der erklärenden Unterschrift „1913-1992. Alsdorfer Kirchenmusiker und Komponist“ eingeweiht. Über Jahre hatte sich die Schwiegertochter des langjährigen Organisten von St. Mariä Heimsuchung in Schaufenberg um die Benennung einer Straße nach Lütter, dessen Sohn der 2003 verstorbene Pianist Franz-Josef Lütter war, bemüht.

Allein, es musste erst eine neue passende Straße, die sich auch nicht all zu weit von Lütters früherem Wohnort in Alsdorf-Mitte befand, gefunden werden. Heinrich Plum: „Dann war die Sache allerdings schnell in trockenen Tüchern. Man war sich übrigens fraktionsübergreifend einig. Viele kannten Johann Lütter noch persönlich oder hatten bei der Familie Lütter musikalischen Unterricht.“

Mit Musik wurde die Einweihung gebührend gefeiert, unter anderem mit einigen Teilen aus Lütters Chorwerk „Die weiße Barke“. Hierzu hatten der Junge Chor Alsdorf und der Kirchenchor St. Castor Alsdorf unter der Leitung von Kantor Josef Voußen Aufstellung bezogen. Anschließend wurde mit einem Sekt oder Saft auf die Johann-Lütter-Straße angestoßen.

Für die Johann-Lütter-Stiftung, die sich mit großem Erfolg um die Verbreitung und Aufführung des umfangreichen weltlichen und geistlichen Werks von Johann Lütter bemüht, waren Ingeborg Lütter aus Herzogenrath und Britta Abels aus Heinsberg nach Alsdorf gekommen.

Ingeborg Lütter sprach nach kleinem Konzert und kurzer Bürgermeister-Ansprache von einem „glücklichen Tag“ in ihrem Leben — sicher so etwas wie die vorläufige Krönung ihres Ziels, Leben und Werk ihres Schwiegervaters einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Erst wenige Tage vor der Einweihung der Lütter-Straße waren zudem Werke und Adaptionen des Komponisten bei einem bemerkenswerten Konzert „Lütter meets Tango“ auf Burg Rode zu hören gewesen. Man kann auch weiterhin davon ausgehen: „Lütter-music goes on“.

(jope)
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