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Stadtteilgespräch Alsdorf: Verkehr, Parkraum und ÖPNV

Stadtteilgespräch Alsdorf : „Zu viele Autos in der Stadt und zu wenig Parkraum“

Mit dem gemieteten Fahrrad zur Tram und dann ab nach Aachen in die City. Und das alles mit einer entsprechenden App. Zukunftsmusik? Ja, noch, aber die Zukunft rückt näher.

Beim Stadtteilgespräch zeigte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders auf, was die Stadt plant. Was möglich ist, bis ins Jahr 2030 gedacht. So könnte eine durch Oberleitungen gespeiste Straßenbahn um 2025 herum durch Busch rollen. Oder von Alsdorf nach Baesweiler wird die Euregiobahn weitergeführt.

Fast eine Stunde stellten Sonders und seine Kollegin Nicole Koch (Sozialamt der Stadt Alsdorf) sowie der Klimaschutzbeauftragte Marco Stabe Möglichkeiten und Varianten vor, die in der Sozialraumplanung bis 2030 festgehalten sind.

Diesmal richtete sich die Stadt an die Bereiche Busch (11a) und Zopp, Duffesheide, Reifeld und Radsberg, festgehalten unter 11b.

Vorweg stellte Bürgermeister Sonders klar, „wir haben zu viele Autos in der Stadt und zu wenig Parkraum“. An diesem Ist-Zustand sei zu arbeiten. Das Verkehrsaufkommen wird um etwa 30 Prozent steigen. Sonders: „Darauf müssen wir reagieren.“ Bevor das Thema Mobilität hinreichend abgearbeitet und diskutiert wurde, legte Nicole Koch ein akribisch ausgearbeitetes Zahlenwerk zum Thema Sozialraumgestaltung vor. Sie begann ihren Vortrag mit der Feststellung, „möglichst kleinräumige Darstellungen sind insbesondere für die zukünftige Planung von großer Bedeutung“, und bezog sich dabei auf den Sozialbericht der Städteregion Aachen.

Alsdorf-Busch ist mit 4,5 Prozent der viertkleinste Stadtteil. Die Bereiche 11b dagegen sind – gemessen an der Bevölkerungszahl – „der kleinste Sozialraum“. Damit habe 11b auch den geringsten Jugendanteil der Stadt. Der Altenanteil ist in Busch „leicht überdurchschnittlich“, in 11b dagegen „als zweithöchster Wert anzusetzen“.

11a hat in Sachen Beschäftigungsquote eine überdurchschnittliche, dagegen 11b eine unterdurchschnittliche Quote. Nicole Koch erklärte: „Die Werte ergeben mit Blick auf den höheren Rentneranteil wieder Sinn.“

In beiden Sozialräumen ist festzustellen, dass der Ausländeranteil „nur ein sehr geringer ist, der unter dem Durchschnitt liegt“. Außerdem haben beide Sozialräume einen hohen Frauenanteil dieser Personengruppe.

Näher betrachtete die Referentin auch den Bildungsanteil in beiden Bereichen und thematisierte zudem „ausgewählte Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien“. Teile ihres Fazits lauteten, „es handelt sich um zwei kleinere Sozialräume, wobei 11b einen deutlich höheren Altersdurchschnitt als 11a hat“.

Zur Schuleingangsuntersuchung meinte die Expertin, „für Busch zeigt sich ein deutlicher Förderbedarf“. 11b hingegen belege, „dass hier bereits sehr positive Werte festzustellen sind“. Außerdem lässt sich erkennen, „dass eine Attraktivität für neue Familien vorhanden ist, welche wiederum den höheren Altersdurchschnitt senken könnte“.

Marco Stabe zeigte auf, wie dem wachsenden Verkehrsaufkommen begegnet werden könne. „Unser Ziel ist ein stadtweites Mobilitätskonzept.“ Dabei sei der Radverkehr ein ganz wichtiges Thema, ebenso wie E-Bikes. Zudem müsse das Euregiobahnnetz ausgebaut werden. Letzteres wolle man in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen angehen. Zum Thema Regio-Tram bemerkte Stabe, „Neubau und Reaktivierung der Strecken im Bereich Aachen, Würselen, Alsdorf und Baesweiler könnten etwa bis 2025 realisiert werden“. Gespräche laufen Kommunen übergreifend.

Eine gute Idee wäre es, wenn Mobilstationen (zum Beispiel im Annapark oder in der Mariadorfer Poststraße) errichtet würden. Dort verknüpfen sich Bus, Bahn, Rad und Sharing. Alsdorf plane auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur. So wird angestrebt, fünf neue Ladestationen im Stadtgebiet zu installieren.

Sorge, dass der Stadtteil Busch mit dem Durchlauf der Tram geteilt werden könnte, nahm Sonders den Bürgern. Das Schienennetz einer Tram darf man sich nicht wie bei der Euregiobahn vorstellen. Außerdem wisse niemand, ob und wie eine Tram durch oder um Busch fahren werde.

Sonders: „Gerade ältere Leute sollten sich doch freuen, mitten in Busch einsteigen und bis ins Zentrum Alsdorfs und weiterfahren zu können.“ Derzeit werden 50 neue Häuser für junge Familien in Busch gebaut. Gespräche werden mit einem Nahversorgungsmarkt geführt, der „großes Interesse hat, nach Busch zu kommen“.

In erster Linie sorgen sich die Bürger – das wurde in einer Diskussion deutlich – über Raser auf den Hauptverkehrsadern in den betroffenen Stadtteilen. So meinte ein Teilnehmer, „gerade Schulkinder, die über die Prämienstrasse müssen, haben Angst“. Auch eine Spaziergängerin und eine junge Mutter sorgten sich, „wie durch Zopp gebrettert wird“. Alfred Sonders: „Leider ist das ein Dauerproblem, dass zu schnell gefahren wird.“ Er ergänzte, „wir können aber auch nicht überall Hubbel hinsetzen“. Diese würden Einsätze von Rettungsdiensten und Feuerwehr erschweren.

Mehrere Teilnehmer wünschten sich eine „bessere Anbindung von Zopp durch den ÖPNV“. Eine Mutter beklagte, „der Bus kommt jetzt nur noch stündlich“. Die Stadt wird sämtliche Einwendungen bearbeiten, versprach der Ratsvorsitzende. Das nächste Stadtteilgespräch wird in der Broicher Siedlung stattfinden.

(mali)