Alsdorf: Stadthalle: Noch ein Schritt bis zum Ziel

Alsdorf: Stadthalle: Noch ein Schritt bis zum Ziel

Immer wieder wurde das rund 16 Millionen Euro teure Großprojekt neben der Stadthalle Alsdorf verschoben. Dort, auf dem sogenannten „Stadtplatz”, sollen ein Hotel mit rund 60 Zimmern, eine stationäre Pflegeeinrichtung für 80 Bewohner, eine Tagespflegeeinrichtung, ein Café, Wohnungen für „Betreutes Wohnen” sowie weitere Mietflächen und eine Tiefgarage entstehen.

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Ein positiver Nebeneffekt sind die rund 100 neu entstehenden Arbeitsplätze und positive Auswirkungen auf die Stadthalle, die derzeit noch durch Zuschüsse der Stadt gestützt werden muss. Der Stadtrat hat längst den Verkauf der städtischen Fläche an den Investor, die soleo GmbH, Beratung und Planung für Sozial- und Gesundheitsimmobilien, beschlossen - vorbehaltlich, dass das Projekt überhaupt realisiert wird.

Der entscheidende Notarvertrag ist noch nicht zustande gekommen, und auch kein Geld geflossen, wie Bürgermeister Alfred Sonders zuletzt in nicht-öffentlicher Sitzung die Ratsmitglieder informiert hatte. Käme der Handel zustande, würden 700 000 Euro an die Stadt Alsdorf und weitere 240 000 Euro an die städtische GSG fließen.

Von Verzögerungen unbeirrt führt soleo auf der eigenen Internetplattform www.soleo.gmbh.de unter „Aktuelle Projekte” das Alsdorfer Vorhaben auf und will es realisieren. Entsprechend bereitwillig und optimistisch berichtete auf Anfrage unserer Zeitung Stefan Hammerich, Geschäftsführer der GBG Gersdorfer Baumanagement GmbH, die auch im Recker-Park in Würselen in recht kurzer Zeit eine Seniorenanlage realisiert hat, über den Stand der Dinge.

Die Baugenehmigung seitens der Stadt liege vor, Architektin Golineh Lorenz von dem Architekten- und Ingenieursbüro Dorn + Overbeck GmbH, Kaarst, sei mit der Ausführungsplanung fast fertig. Letzte Probleme gelte es aber noch bei der Finanzierung des Teilprojekts Stadthotel zu lösen, das nur rund 25 Prozent der Gesamtvolumens ausmache. Ein ortsansässiges Geldinstitut, mit dem Bürgermeister Alfred Sonders gerne die Finanzierung vereinbart hätte, habe abgewunken.

Lob für die Stadt Alsdorf

„Banken tun sich mit Hotels schwer, nachdem sich einige vor rund zehn Jahren an solchen Vorhaben die Finger verbrannt hatten”, zeigt Hammerich Verständnis für die Zurückhaltung. Ein reines Pflegeheim oder eine Senioreneinrichtung in Kombination mit Gastronomie sei deutlich einfacher zu finanzieren, weil hier ein „extremer Bedarf” vorhanden sei.

Der Baumanager ist sich aber sicher, dass das Projekt an der Stadthalle hieran nicht scheitern wird. Zum einen gebe es entsprechende Belege für den Bedarf, und selbst wenn sich später das Hotel nicht rechnen sollte, bestehe die Option, auch diese Räumlichkeiten für die Nutzung durch Senioren umzuwandeln. Ausdrücklich lobt Stefan Hammerich den Partner Alsdorfer Verwaltung: „Wir bekommen jegliche Unterstützung von der Stadt.” Indes habe sich die GBG bei der Regelung der Finanzierung mit Blick auf die Aktivitäten der Stadt zurückgehalten, würde sich aber jetzt stärker einbringen.

Aufgrund einschlägiger Referenzobjekte und traditionell guter Geschäftspartnerschaft mit bestimmten Banken habe die GBG nun „Gespräche intensiviert”. Er gehe davon aus, dass in rund sechs Wochen letzte Fragen geklärt sein werden und der Grundstücksverkauf beurkundet und besiegelt werden könne. Der Investor habe ja auch schon die Rodung der Baufläche hinter der Stadthalle finanziert (wir berichteten).

Auch für den Betrieb stehe man mit aussichtsreichen Partner in Verbindung. GBG-Geschäftsführer Hammerich dementierte nicht, dass es sich bei den ernsthaften Interessenten um Raoul Pöhler, der unter anderem die Seniorenwohnanlage Zitadelle in Jülich als Belege für seine Geschäftstüchtigkeit anführen kann, und Carpe Diem, Gesellschaft für den Betrieb von Sozialeinrichtungen GmbH, handelt.

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