Würselen: Springkraut wird im Wurmtal bekämpft

Würselen: Springkraut wird im Wurmtal bekämpft

Der Naturschutzbund (NABU) Aachen-Land, die AG Wurmtal, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie die Untere Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen sind gemeinsam aktiv. Im Naturschutzgebiet Wurmtal wurde jetzt das „Drüsige Springkraut“ bekämpft. Der Grund: Es stellt eine Beeinträchtigung im Lebensraum der heimischen Krautflora dar.

Das Springkraut wurde auf Wald- und Freiflächen „Am Knopp“ in Würselen und am „Altarm“ gegenüber der Pumpermühle in Herzogenrath bekämpft. Es verdrängt die heimische Pflanzenwelt. Weder Gehölze noch Stauden haben die Möglichkeit, unter der Beschattung des Springkrauts in Wasser- und Nahrungskonkurrenz normal zu wachsen.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt auf dem Indischen Subkontinent. Als Zierpflanze wurde das Springkraut im 19. Jahrhundert nach Nordamerika und Europa eingeschleppt. „In Deutschland gibt es die Pflanze bereits seit 1931“, sagt Günter Venohr vom NABU. Das Spingkraut wächst vor allem in feuchten Wäldern, Auen und Uferlandschaften mit hohem Nährstoff- und Wassergehalt. „Die eigentliche Keimzelle ist die Stadt Aachen“, informiert Udo Thorwesten von der Unteren Landschaftsbehörde.

Schon seit über drei Jahren wird die Pflanze in Aachen bekämpft. Nun soll die Vermehrung auch in Würselen und Herzogenrath gestoppt werden. Beim Springkraut handelt es sich um eine Pflanze, die in kürzester Zeit Wuchshöhen von über zwei Metern erreicht. Deshalb ist es wichtig, sie so schnell wie Möglich zu entfernen. Der aufrechte, insektenfreundliche, traubige Blütenstand ist gekennzeichnet durch purpurroten, rosa oder weißen, stark süßlich duftenden Blüten. „An einer Pflanze sind oft gleichzeitig Knospen, Blüten und reife Kapseln vorhanden“, erklärt Udo Thorwesten.

Die Pflanze vermehrt sich über Gewässer und breitet sich in den Uferbereichen aus. Im Rahmen der Erstbekämpfung werden die ausgerissenen Pflanzen entsorgt. „Alle Arten der Springkrautpflanzen sind im frischen Zustand leicht giftig. In der Medizin hat diese Pflanze keine besondere Bedeutung. In manchen Regionen verwendet man diese Pflanzenart in hoher Dosierung als Brechmittel, in geringer Dosierung als harntreibenden Tee“, erklärt Udo Thorwesten.

(anko)
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