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Würselen: Sportvereine zeigen Regierung rote Karte

Würselen : Sportvereine zeigen Regierung rote Karte

Allerorts „grummelt” es in den Sportvereinen wegen der Streichung der Fördermittel durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Um Dampf ablassen zu können, hatte der Stadtsportverband, der rund 10.000 Sportlerinnen und Sportler in 48 Vereinen repräsentiert, zu einer Protestaktion aufgerufen: Vor dem Alten Rathaus an der Kaiserstraße zeigten Funktionäre und junge Aktive der Landesregierung die rote Karte. Sie war den Vereinen vom Deutschen Sportbund zur Verfügung gestellt worden.

Mit den protestierenden Sportlern solidarisierte sich Vize-Bürgermeister Hans-Josef Bülles (CDU). „Ihr seid heute Abend nicht für Euch, sondern für die betroffenen Kinder und Jugendlichen als Lobbyisten gekommen”, meldete sich der stellvertretende Vorsitzende des Dachverbandes, Peter Kremer, zu Wort.

Dank sagte er Geschäftsführerin Karin Gruner für die sorgfältige Vorbereitung der Kundgebung. Kremer betonte: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass unsere Landtagsabgeordneten und die Bevölkerung erkennt, dass man in Düsseldorf einen falschen, ungerechten Weg einschlagen will.”

Die Übungsleiter sorgten seit Jahrzehnten für eine verlässliche und professionelle Betreuung und Förderung der Kinder und Jugendlichen sowohl an Wochentagen als auch an Wochenenden.

Post für Steinbrück

Kremer machte klar, dass der Stadtsportverband nicht für den Spitzen- und Leistungssport, sondern für die Alltagsarbeit in den Sportvereinen, für den Breiten- und Gesundheitssport einstehe. Die Honorierung unserer Übungsleiter - in diesem Jahr 118 Euro für rund 35 Wochenstunden - sei nicht mehr als eine kleine Anerkennung für ehrenamtliches Engagement.

Oftmals legten die ehrenamtlichen Mitarbeiter, beispielsweise bei Fortbildungen, noch Geld aus eigener Tasche zu. Kremers kritische Frage: „Wie stellt sich die Landesregierung die Zusammenarbeit im Projekt ,Verlässliche Ganztagsbetreuung in der Grundschule vor, wenn sie so mit den Ehrenamtlern umgeht?”

Und weiter: „Ist das die im ,Pakt für den Sport mit der Landesregierung und dem Landessportbund vereinbarte Stärkung des Breitensportes? Ist das die umfassende Weiterentwicklung auf hohem Niveau. Ist das die Würdigung, Stärkung, Wertschätzung und Auszeichnung des Ehrenamtes?”

Die Landesregierung nenne die Millionen, die als Sportpauschale für den investiven Bereich zur Verfügung gestellt werden. Verschweige jedoch die Kürzungen gegenüber dem Vorjahr. Im Klartext: „Wir erwarten eine umfassende Korrektur der Förderpolitik und die Rücknahme der Streichung der Übungsleiterpauschalen.”

Die unterschriebenen Würselener „roten Karten” wurden unverzüglich dem Ministerpräsidenten des Landes, Peer Streinbrück, übersandt.