Herzogenrath: Sport als ein Motor der Integration

Herzogenrath: Sport als ein Motor der Integration

Der Verein ist Integrationsmotor Nummer Eins. Das ist auch und insbesondere bei den Sportvereinen so. Wie kann man die „Integration durch Sport“ besonders von Flüchtlingen intensivieren? Zu diesem Thema diskutierte der Stadtsportverband (SSV) Herzogenrath unter Mitgestaltung des Regiosportbundes mit Vereinsvertretern angeregt einen ganzen Abend lang.

Es wurde sehr schnell voll im Vereinsheim der Spielvereinigung Straß. Dort freuten sich SSV-Geschäftsführer Manfred Borgs und Vorsitzender Gerd Schwartz über den regen Zuspruch, den die Einladung zum Dialog ausgelöst hatte. Mehr als 30 Interessierte aus verschiedensten Vereinen wollten an der Diskussion teilhaben.

„Nicht von allein“

Die Integration von Flüchtlingen ist auch in Herzogenrath seit 2015 „ein Kernthema und sollte in der Zukunft optimiert werden“ leitete Manfred Borgs ein. Man arbeite intensiv an der Vervollständigung einer Einheit. „Das leisten wir in allen Vereinen“, hob der SSV-Funktionär heraus. Kerstin Harings, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Herzogenrather Flüchtlingshilfe, unterstrich: „Integration passiert nicht von allein.“

Zwar nehme zur Zeit die Zahl der Flüchtlinge ab, doch die Rolle der Vereine müsse weiterhin eine tragende sein. Der evangelische Pfarrer Frank Ungerathen, Leiter der Flüchtlingsberatung in Herzogenrath, schickte voran: „Die Flüchtlingshilfe in Roda ist sehr gut aufgestellt. Das ist ein großer Schatz, den unsere Stadt hat.“ Dennoch brauche man auch „neue seelische Nahrung“ beispielsweise für die Kinder und Jugendlichen. „Wir brauchen Liebe, Wärme, Nähe, Verständnis und das gemeinsame Erlebnis im Sport“.

Dazu habe man in Roda drei Netzwerke mit Ehrenamtlern aufgebaut, in denen etwa 120 ehrenamtliche Kräfte arbeiten. Dazu kommen noch die Fachberater in den einzelnen Vereinen. Ganz viel Lob erntete der SSV Herzogenrath vom Regiosportbund. Dessen Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit, Anne Eich, nannte den Sport plakativ „einen Integrationsmotor“.

Denn, „der Sport spricht alle Sprachen und ist durch sein internationales Regelwerk auch einfach zu verstehen“. Zudem, so meinte die Funktionärin, „kommt man über den Sport leicht mit anderen Kulturen in Kontakt“. Handlungsschwerpunkte sind für Anne Eich beispielsweise „Wie erreichen wir die Leute und wie sprechen wir sie an“?

Dazu empfahl sie, „bestehende Sportarten zu öffnen und sie für neue Zielgruppen interessant zu machen“. Es sei auch wichtig, „mehr Menschen zu finden, die selbst einen Migrationshintergrund haben und sich für das Ehrenamt zur Verfügung stellen“.

In der Region Aachen gibt es bereits fünf Stützpunktvereine. So unter anderem die Taekwondosportler des Vereins Musado aus Alsdorf, die Spvgg. Straß und der Verein Bam Bam aus Merkstein. Anne Eich riet, Sportfeste, Familientag, Tage der offenen Tür, oder Schnupperangebote zu installieren. Solche Veranstaltungen würden auch gefördert werden.

Kosten im Mittelpunkt

Überhaupt stand das Thema Kosten immer wieder im Mittelpunkt des Meinungsaustausches. In der Diskussion wurde mehrfach kritisch angemerkt, dass die Vereine keine Möglichkeit haben, für ihre Projekte direkt bei Flüchtlingen zu werben, da weder Stadt noch Flüchtlingshilfe Herzogenrath mit Blick auf den Datenschutz die Wohnanschriften mitteilen dürfen, merkte Manfred Borgs an.

Es könnten nur indirekte Informationswege (über Schulen, zufälliges Ansprechen auf der Straße, Mund-zu-Mund-Werbung durch bereits im Verein vorhandene Kinder) beschritten werden.

Es wurde vereinbart, dass die anwesenden Vereinsvertreter zunächst als Ansprechpartner für die Integrationsarbeit in den Vereinen fungieren und die Vernetzung weiter intensiviert werden soll. Weitere Informationen dazu unter: info@stadtsport-herzogenrath.com.

(mas)