Würselen: Spieletag begeistert nicht nur die Familien

Würselen: Spieletag begeistert nicht nur die Familien

Konzentriertes Würfeln und Kärtchenlegen an vielen kleinen Tischen im Saal des Alten Rathauses, überbordende Tische mit diversen Gesellschaftsspielen. Dieses Bild bot sich den spiellustigen Besuchern. Die Stadtbibliothek hatte die Idee des bundesweiten Aktionstages „Stadt, Land, spielt“ aufgegriffen, damit die Würselener neue Spiele kennen lernen können, ohne sie gleich zu kaufen, und einfach, um Spaß zu haben.

Den Spieletag haben die Spiele-Autoren-Zunft und das Deutsche Spielearchiv Nürnberg als „Projekt zur Förderung des Kulturguts Spiel in der Gesellschaft“ ins Leben gerufen. Dafür haben einige Spielverlage der Würselener Bibliothek über 100 Spiele zur Verfügung gestellt, zum Teil leihweise, doch zwei Drittel der nagelneuen Spiele darf die Stadtbibliothek behalten.

Einige Klassiker und Dauerbrenner sind dabei, zum Teil in ihren aktuellen Versionen, wie „Carcassonne“ oder „Die Siedler von Catan“. Bei „Keltis“ muss man Steine durch Auslegen von Karten an die Spitze bringen, die Spieler von „Lakota“ bauen gemeinsam nach festgelegten Regeln eine kleine Brücke aus Holzstäbchen.

„Wir haben hier heute vor allem Spiele, die relativ schnell erklärt sind, damit man gleich loslegen kann“, erläuterte Monika Silberer, kommissarische Leiterin der Bibliothek. Sie freute sich, dass vor allem eine ganze Reihe von Familien mit Kindern im Rathaus vorbei schaute, um zu spielen.

Keine Sieger und keine Verlierer

Allerlei Gesellschaftsspiele aus den vergangenen Jahrzehnten bis heute konnten die Besucher außerdem bei einer kleinen Ausstellung besichtigen. Die stammte von Torsten Sammet, ein Nutzer der Stadtbibliothek, der diese Idee dem Team dort schmackhaft gemacht hatte. „Ich bin seit Jahren spielbegeistert, und viele Spiele haben sich über die Jahre bei mir angesammelt.“

Zu Hause spielt der Vater zweier Kinder mit seiner Familie oder auch mit Freunden. Am liebsten mag er kooperative Spiele, wo die Spieler gemeinsam etwas erreichen müssen und es keine Sieger und Verlierer gibt, oder auch ganz einfache Strategiespiele.

Außerdem fungiert der hauptberufliche Krankenpfleger auf Messen hin und wieder für die Spieleverlage als Spiel-Erklärer — ebenso wie an diesem Nachmittag im Alten Rathaus. Familie Böhler, die gerne auch zu Hause Gesellschaftsspiele spielt, war gleich zu Anfang der Veranstaltung mit dem niedlichen „Bennis bunte Blumen“ beschäftigt. „Ich hab schon alle Pflanzen gesät“, erklärte der kleine Oliver stolz.

„Das ist eine total nette Idee, wir hoffen, dass es öfter stattfindet“, sagen seine Eltern zu dem Spieltag. Für Monika Silberer ist ebenfalls das Gesellige der Hauptzweck des Spielens. „Auf der anderen Seite gibt es Computerspiele. Aber hier macht man was mit der Familie zusammen. Oder mit Freunden.“

(jk)
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