Würselen: Spielen ist etwas für die ganze Familie

Würselen: Spielen ist etwas für die ganze Familie

Zum Tag des Gesellschaftsspiels „Stadt Land Spielt“ wurde bereits zum fünften Mal in Folge ein Spielenachmittag im Saal des Würselener Kulturzentrums Altes Rathaus angeboten. Spielfreudige hatten die Möglichkeit, kostenfrei rund 100 aktuelle Gesellschaftsspiele, aber auch Spieleklassiker, auszuprobieren.

„Stadt Land Spielt“ ist eine Initiative zur Förderung des Kulturguts Gesellschaftsspiel. Seit fünf Jahren kommen an einem Wochenende an mittlerweile knapp 120 Standorten in Deutschland und Österreich Freunde der Gesellschaftsspiele zusammen, um gemeinsam Neuerscheinungen auszuprobieren oder Turniere auszutragen.

Torsten Sammet und Monika Silberer organisieren „Stadt Land Spielt“ in Würselen.

Angebot seit fünf Jahren

Initiatoren sind das Deutsche Spielemuseum, das Spielezentrum Herne, das Österreichische Spielemuseum, das Deutsche Spielearchiv Nürnberg und Drübberholz — Spielezentrum Nds.

Nach Würselen kam das Angebot durch den Spieleerklärer Torsten Sammet aus Würselen. Als Austragungsort fand sich schnell die Stadtbücherei unter der Leitung von Monika Silberer. Die Anfrage ist groß. „Wir haben jedes Jahr zwischen 60 und 80 Besucher hier“, sagte Silberer. „Wir haben sogar ein Stammpublikum, das jedes Jahr wieder kommt.“

Auch diesmal füllten sich die Spieltische schnell. Mehr als die Hälfte der Besucher waren Familien mit Kindern. Sie hätten hier die Möglichkeit, ganz neue Spiele auszuprobieren, um dann vielleicht auch die eigene Spielesammlung zu erweitern, war zu hören. „Stadt Land Spielt“ sei außerdem eine schöne Gelegenheit, als Familie etwas zu unternehmen und andere Spieler kennen zu lernen.

Für Torsten Sammet gehört genau das zum Gesellschaftsspiel dazu. „Man ist zusammen, man entdeckt gemeinsam ein Spiel, man hat Spaß.“ Silberer sagt: „Die Kinder lernen auch einmal zu verlieren. Das ist sehr wichtig.“

Obgleich die Menge an digitalen Spielmöglichkeiten zunimmt, sehen die beiden keinen Einbruch in der Nachfrage nach Gesellschaftsspielen. „Es gibt immer anspruchsvollere Spiele und neue kleinere Verlage, auch aus dem Ausland“, sagte Torsten Sammet. Allerdings gäbe es auch mehr Spiele, die Technik einbinden: mit Apps oder Virtual-Reality-Brillen.

Dieses Jahr seien aber besonders „Exit-Spiele“ von Cosmos im Trend. Sie sind Kennerspiel des Jahres geworden. Sie adaptieren das Prinzip der aktuell viel genutzten „Escape-Rooms“. Die Spieler versuchen gemeinsam, das Rätsel eines Raumes zu lösen.

Die Spiele, die in der Stadtbücherei an diesem Tag angeboten wurden, sind zum größten Teil Spenden von Verlagen. Danach gehen sie in den Bestand der Bücherei über. „Das sind alles sehr schöne, aktuelle Spiele.“, findet Silberer.

Darüber hinaus gab es eine Spiel- und Buch-Tombola, deren Erlös der Bücherei zu Gute kommt. Spielfreudige Bibliotheksbenutzer profitieren also noch weit über diesen Sonntag hinaus von dem Event. Doch nicht nur Neuheiten werden gerne gespielt. Auch die Klassiker landen immer wieder auf dem Spieltisch. „Familien mit kleinen Kindern probieren viel neues aus.“ beobachtet Monika Silberer. Allgemein sei die Nachfrage aber gut gemischt.

Nächstes Jahr soll „Stadt Land Spielt“ wieder in Würselen stattfinden. Monika Silberer findet: „Es macht jede Menge Spaß, das zu organisieren.”

(ce)
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