Baesweiler: Spielefest ist wieder der Renner

Baesweiler: Spielefest ist wieder der Renner

Darf man Frau Pfarrerin eigentlich betuppen? Gedanken, ob das moralisch verwerflich ist oder nicht, machten sich die beiden Teenager Malte und Nils gar nicht. Schließlich ist die Priesterin Kirsti Greier ihre Mutter.

Und die hat man zu ehren. Ebenso wie den mitspielenden Vater, Pfarrer Gernot Ratajek-Greier. Die beiden Seelsorger, über 20 Jahre in Setterich tätig und vor einem Jahr nach Münster „ausgewandert” sind extra noch mal zum Spielefest zurückgekommen. Um mit ihren Söhnen das Strategiespiel „Pandemie” auszuprobieren.

Da hängen sich Mutter Kirsti und Vater Gernot besonders rein, um ihrer gegenübersitzenden Spielgemeinschaft Nils und Malte überlegen zu sein. Am Ende haben alle Vier gewonnen - und sich in Setterich einen schönen Tag gemacht.

Gleich zwei schöne Tage verlebten alle Brettspielfans, die von der 16. Veranstaltung einfach nicht genug bekommen konnten. Schon kurz nach Eröffnung waren fast alle Tische mit Familien, Spielgemeinschaften, Seniorengruppen oder Schulklassen besetzt. „Ich freue mich, dass das so gut angenommen wird”, verlieh Ralph Pauli dem Spielefest eine gute Note. Der Städteregionsjugendpfleger ist selbst ausgemachter Fan von Brettspielen und hat sich eine Miniversion des Renners „Heckmeck am Bratwurmeck” mitgenommen. Um auf Motorradtouren auch mit einer Ausgabe seines Lieblingsspiels Zerstreuung zu suchen.

Am Ende ein Remis

Kurzweil haben derweil auch Bürgermeister Dr. Willi Linkens und sein „Kontrahent” und Beigeordneter Frank Brunner gefunden. Die beiden versuchen sich unter den kritischen Blicken von Sozialamtsleiterin und „Oberschiedsrichterin” Angelika Breuer an den schweren Kugeln des Spiels „Abalone”. Eine abgewandelte Form des Klassikers Halma. Die beiden Spitzenbeamten des Rathauses bekriegen sich mit psychologischen Tricks - aber am Ende gehts dann doch Remis aus.

Breuer, Brunner und Linkens sind im Verbund sehr zufrieden mit der Resonanz beim Spielfest und sehen ein paar Tische weiter eine ganze Gruppe an Seniorinnen, die aus dem Altenheim an der Burg herübergewandert sind. Gemeinsam mit Betreuerin Marlene Hüttner spielt Anna Hampe „Scrabble”. Der Dame (73) macht das Riesenspaß. „Sie kann das sehr gut”, muss ihre Gegnerin Hüttner einräumen.

Derweil sich ein paar Stühle daneben Ulla Stolten-Beyer mit dem Spiel des Jahres „Qwinkle” einer Gegnerschaft von gleich vier Seniorinnen ausgesetzt sieht. Nur eine muss passen. Eugenie Gelitzki, mit stattlichen 90 Jahren die wohl älteste Spieleliebhaberin beim diesjährigen Spielfest in der Realschule, hat ihre Brille vergessen. „Das fuchst sie jetzt ordentlich, dass sie nicht mitmachen kann”, erklärt Marlene Hüttner.

Mit den süßen Töchtern Jill (2) und Jana (5) ist das Settericher Ehepaar Stephan und Michaela Neulen in großer Erwartungshaltung zum Spielefest spaziert. Wenn die Ausgabe des heiteren „Diego Wackelzahn” gefällt, wird sie wohl unter dem Weihnachtsbaum der Familie liegen. Wie viele andere Exemplare der 300 angebotenen Spiele auch in anderen Familien einen hohen Reizfaktor hatten.

Puppenschrank gespendet

Ein Schmuckstück der ganz besonderen Art hatten Erich Heinzer und die von ihm geleitete Seniorenwerkstatt als Spende bereitgestellt. Ein wunderhübscher Puppenschrank ging neben weiterem Spielzeug in die Verlosung.

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