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Baesweiler: Spielefest ein Zocker-Paradies für Alt und Jung

Baesweiler : Spielefest ein Zocker-Paradies für Alt und Jung

Tims Tante taumelt. Symbolisch betrachtet. Der elfjährige Tim Seifener hat seine Tante Ursula Brandt fast geschlagen. „Plitsch-Platsch” heißt das Spiel, das sich die beiden herausgesucht haben. Beim Aufstellen von Pinguinen auf einer beweglichen Eisscholle beweist Tim die ruhigeren Hände.

„Er kann eben nicht gerne verlieren” sagt Ursula Brandt, die es sich mit ihrem Neffen beim 9. Familienspielefest in Baesweiler gemütlich gemacht hat. Für Tim ist es die Premiere, Tante Ursula ist zum achten Mal dabei. Nur diesmal ohne Kinder. „Die sind aus dem Alter raus” bedauert die leidenschaftliche Spielerin, die in ihrem Neffen einen „willkommenen Ersatz gefunden hat”.

„Anregungen für Weihnachten” suchen derweil an einem anderen Tisch die von Hoegens. Auch sie sind Premierengänger des Spielefestes. Die fünfköpfige Familie aus Baesweiler vergnügt sich mit Freunden und deren Kindern beim Geduldsspiel „Villa Paletti”. Während Papa Herbert und Mama Lisa die ungezügelten Leidenschaften ihrer Kinder manchmal bremsen müssen, ist Sohn Marvin dabei, seine Schwestern Lena und Denise „abzumatchen”.

„Herbert der Zerstörer”

Wenn „Herbert der Zerstörer” in Person des Papas nicht alles versehentlich umgeworfen hätte. „Oooooch Papa” stöhnt „Vorarbeiter” Marvin - aber egal, dann wird jetzt eben „Zicke Zacke Hühnerkacke” herausgekramt. Auch das könnte ein Favorit für den Gabentisch werden, denn das von-Hoegen-Quartett findet Spaß an der Geschichte.

Spaß haben sie auch bei den Preisen der Eintrittskarten, die ihnen Alisha Flöter (Jugendamt des Kreises Aachen) und Christoph Franken - Zivi bei der veranstaltenden Stadt Baesweiler - verkauft haben. „Vier Euro für fünf Personen, das ist ein sehr annehmbarer Preis” lobt Herbert von Hoegen.

Chancenlos, was den Sieg betrifft, sind Sarahs Großeltern Marlies und Dieter Sikora. Die Setterich haben sich für eine moderne Form des Memorys („Lauras Stern”) entschieden. Und da beweist die Vierjährige verblüffende Merkqualitäten. Die Kleine räumt ab, Oma und Opa schmunzeln und versichern: „Ne, ne, Gewinnenlassen ist nicht!”

Mädels sind begeistert

In der sehr gut gefüllten Aula der Realschule hat sich auch eine Gruppe der Falken aus Merkstein an einem Tisch breit gemacht. Mit Gruppenleiterin Güllü zocken Nina, Selcan und Landu um die Wette. Nach kurzer Einführung durch Andreas Streb vom „Family-Spiele-Team”. Er sitzt als Schiedsrichter dabei und erläutert die Regeln des Kartenspiels „Manga Manga”. Im Rahmen eines Ausfluges hat sich die Merksteiner Gruppe für den Zielort Baesweiler entschieden. Die Mädels sind begeistert, man hört sie durch die große Halle jauchzen.

Teamleiter Willi Weber hat dagegen einen prominenten Gast an der Hand: Benjamin Blümchen macht eine Händeschüttel-Tour durch die Tischreihen. Er wird von vielen kleinen Fans verfolgt - der Elefant ist schließlich seit gut 25 Jahren ein nicht untergehender Stern bei Kleinkindern.

Unter einem guten Stern steht auch das 9. Spielefest, das an beiden Tagen mehr als tausend Spieler und Tauschinteressenten gesehen hat. „Das eine oder andere wird sich bestimmt auf dem Gabentisch wiederfinden”, zwinkert Lisa von Hoegen mit den Augen.