Herzogenrath: SPD will Fusion von Haupt- und Realschule prüfen

Herzogenrath: SPD will Fusion von Haupt- und Realschule prüfen

Aufgekeimt war sie schon vor zwei Jahrzehnten, die Idee zur Gründung einer Internationalen Schule. Die mit der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung beauftragte Projektgruppe „biregio” (Bildung und Region) aus Bad Godesberg hat diesen Wunschgedanken in ihren bilanzierenden Überlegungen mit Blick auf die gesamte Großregion jetzt untermauert.

„Eine internationale Schule wäre die ideale Ergänzung der Schullandschaft in der Stadt Herzogenrath - und in der Region.” Und: Die Stadt möge dieses Ziel verfolgen, „bevor so ein regional gut platziertes Paket von anderen geschnürt wird”.

Rodas SPD hat diesen Ball geschickt aufgefangen und flankiert die internationalisierte Lernidee mit einem Antrag zur Prüfung „der Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Verfahrensschritte zur Umsetzung eines Schulversuchs Kooperation von Haupt- und Realschule mit Sekundarstufe-II-Angebot”.

Denn die Schulsituation in Kohlscheid, dem zwar größten, aber auch einzigen Stadtteil ohne Sekundarstufe-II, macht den Sozialdemokraten Sorgen. Jedes Jahr wandern Grundschulabsolventen im dreistelligen Zahlenbereich zu weiterführenden Schulen nach Aachen ab: „Dadurch gehen Herzogenrath nicht nur die entsprechenden Zuschüsse verloren, die Schüler orientieren sich schließlich auch ganz ins Oberzentrum.”

Froh, dass ein auswärtiges Büro zum selben Schluss gekommen sei, betont Bruno Barth, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur: „Wir wollen nichts aufdrücken. Unser Antrag soll als Diskussionsgrundlage gelten.” Die Statistik belegt die Argumentation der SPD, wie Vize-Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein vorrechnet: Von 194 Grundschulabgängern in 2008/09 seien 112 nach Aachen gegangen (48 zur Gesamtschule, 64 auf ein Gymnasium).

Wenn auch die SPD trotz allgemein sinkender Schülerzahlen Rodas Grundschulen zumindest in den kommenden vier Jahren nicht gefährdet sieht, so schlägt sie Alarm für die Realschule an der Pestalozzistraße (Schülerzahlen: 2003/04 = 720, zurzeit 460, prognostiziert 366) und die Erich-Kästner-Hauptschule an der Kircheichstraße (2003/04 = 463, prognostiziert 249).

„Hier müssen wir jetzt eingreifen”, fordern auch Fraktionschef Gerhard Neitzke sowie die Ratsverordneten Andreas Schmälter und Robert Savelsberg.

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