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Würselen: SPD macht sich über SNF-Gelände Gedanken

Würselen : SPD macht sich über SNF-Gelände Gedanken

„Ergreift die Stadt eine sich bietende Chance für die Innenstadt?” Angesichts der bevorstehenden Schließung der Nadelfabrik SNF (früher „Singer”) beschäftigt diese Frage immer mehr die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Würselen-Mitte.

Nach dem Weggang der Firma werde in der Innenstadt auf längere Sicht ein Areal von rund 20000 Quadratmetern brach liegen. Dieses innerstädtische Areal planerisch zu gestalten und möglichst zeitnah einer Nutzung zuzuführen, sollte das Ziel der derzeitigen Ratsmehrheit sein, hieß auf dem Neujahrsempfang des Ortsvereins.

Fantasielos

Bereits im Juli 1999 hatte der Rat einstimmig ein Einzelhandelskonzept zur Stärkung der Innenstadt beschlossen. Der Versuch, den Einzelhandel durch Ausschluss von zentrenrelevantem Einzelhandel im Gewerbegebiet Aachener Kreuz zu stärken, noch dazu ohne den Interessenten im innerstädtischen Bereich Perspektiven aufzuzeigen oder gar anzubieten, sei fantasielos, zeuge nicht von Kreativität und reiche nicht aus, halten die innerstädtischen Sozialdemokraten der schwarz-grünen Koalition vor.

Der geplante Umbau der Kaiserstraße werde alleine keine Verbesserung bringen. Die sich jetzt bietende Chance, die Kaiserstraße durch Ansiedlung eines Einzelhandelsmagneten auf dem derzeitigen SNF-Gelände zu stützen, dürfe nach SPD-Ansicht nicht vertan werden.

Alternativen

Auch böten sich hier Alternativen für den Fall, dass die Supermärkte Aldi und Kaiser’s wegen der durch den Neubau der Sparkasse veränderten Parksituation ihre Filialen am Morlaixplatz tatsächlich schließen sollten.

Damit keine Konkurrenzsituation entstehe, müsse auf großflächigen Einzelhandel auf dem Recker-Gelände verzichtet werden. Er bringe der Innenstadt, so die Auffassung der SPD Würselen-Mitte, „rein gar nichts”. Selbst ortskundige Kunden würden die Verbindung zur Innenstadt, auch bei Errichtung eines wunderschönen Parks, nicht empfinden und auch nicht nutzen.

Auswärtige Kundschaft werde nach Erledigung der Einkäufe über die B57 die Stadt wieder verlassen, argumentiert der Vorstand des Ortsvereins.

Zur Sicherung der Erschließung des Einkaufszentrums SNF-Gelände müsste die Bahnhofstraße, deren Sanierung sowieso für die nächsten Jahren geplant sei, mittelfristig ausgebaut werden. Finanziert werden könnte dies mit Mitteln des Landes, weil die Bahnhofstraße die überörtlichen Straße K30 und B57 miteinander verbinde. Das würde sich auch günstig auf die Beteiligung der Anlieger auswirken.

Gute Nachricht

Die Koalition müsse sich die Frage gefallen lassen, ob sie sich in der Vergangenheit überhaupt darum bemüht habe, Verfügungsmöglichkeiten über dieses große innerstädtische Areal zu bekommen. Die gute Nachricht der SPD Würselen-Mitte: „Wenigstens einige Mitarbeiter dürfen auf neue Arbeit in Würselen hoffen.” Ihr Bürgermeisterkandidat Arno Nelles habe in einem Gespräch mit einem expansionswilligen Unternehmen und der IG Metall Kontakte zugunsten des durch Entlassung bedrohten SNF-Personals knüpfen können.