Würselen: Sparkassen-Chef stellt sich vielen Fragen und gibt klare Antworten

Würselen: Sparkassen-Chef stellt sich vielen Fragen und gibt klare Antworten

Aus der Not eine Tugend gemacht hat die Reihe „Schwarz auf Weiß“ in St. Marien. Da das Jugendheim nicht mehr zur Verfügung steht, zog das Team mit Hans Peter Pütz an der Spitze in die Kirche um.

„Welch wunderbare Szenerie haben die Verantwortlichen für den heutigen Abend hier in St. Marien geschaffen“, kam Günter Kölling, der die 30. Veranstaltung kurzweilig moderierte, genauso wenig aus dem Staunen heraus wie die Besucher.

Pietätvoll hatte das stets gelungene Schwarz auf Weiß-Ambiente den Ort gewechselt. „Jesus hätte sicherlich seine Freude an unserem heutigen Tun gehabt“, konstatierte Kölling. Zu Gast war diesmal der am 2. Weihnachtstag 1951 in Alsdorf-Schaufenberg geborene Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aachen, Hubert Herpers.

Der „Boss“ redet Klartext

Der „Boss“ des Aachener Geldinstituts, der im offenen Plauderton Rede und Antwort stand, schloss seine Lehre als Bankkaufmann 1972 bei der Kreissparkasse Aachen ab. Nach Abschluss des Sparkassen-Betriebwirtes 1975 und des Diplom-Sparkassenwirtes 1979 stieg der heute mit seiner Familie in Breinig sesshafte „Banker“ in 16 Jahren in den Vorstand des Aachener Geldinstituts auf. Nach der Fusion von Kreis- und Stadtsparkasse wurde er 1995 Mitglied des Vorstands der Sparkasse Aachen und 2001 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes bestellt.

An der Spitze der viertgrößten Sparkasse in Nordrhein-Westfalen steht er seit dem 1. Juni 2009. Die öffentlich-rechtliche Einrichtung verfügt über 94 Geschäftsstellen, davon 40 in Aachen und fünf in Würselen, mit über 2000 Mitarbeiter. Ihre Bilanzsumme bewegt sich um die zehn Millionen Euro. Herpers schnupperte unter anderem zu Zeiten von Johann (Schäng) Schings an der Kaiserstraße Filialluft.

Einen kleinen Exkurs in die Astrologie machte Kölling, als er sich dem Menschen Hubert Herpers näherte. „Er ist ein Feind aller Flüchtigkeit und Ungenauigkeit, verlangt Korrektheit und Exaktheit. Sein Wille zu Macht, Ruhm und Ehre ist ausgeprägt“, dem konnte der Steinbock nicht viel entgegensetzen. Seine Ehefrau pflichtete Kölling schmunzelnd bei.

Dann kam der Moderator auf das Sponsoring der Sparkasse zu sprechen. Herpers erläuterte den Unterschied zwischen Gewinnen und Überschüssen bei einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse und zeigte auf, wie sich sein Geldinstitut bei der Heiligtumsfahrt und bei den Veranstaltungen zum Karlsjahr einbringt. Ganz zu schweige beim CHIO, wo es der Hauptsponsor ist.

Dass darüber die „Burg Wilhelmstein“ nicht vergessen werde, stellte er nachdrücklich klar. Wissen wollte Kölling von seinem Interviewgast aber auch, ob aus dem „Centre Charlemagne“ etwas werde. Und ob der Katschhof in Zukunft so tot bleibe, wie er derzeit ist. Herpers wertete die städtebauliche Entwicklung zwischen Dom und Rathaus positiv.

Eine Erfolgsgeschichte

Dass auch der Campus mit einer Investition von zwei Milliarden Euro eine Erfolgsgeschichte wird, zweifelte der Talkgast nicht an. Dass das seit langem historisch niedrigste Zinsniveau zur Sprache gebracht wurde, versteht sich. Herpers zeigte auf, wo sich für den normalen Kunden derzeit Möglichkeiten der Geldanlage auftun. Dabei redete er längerfristigen Anlagen das Wort.

Weiter „gelöchert“ wurde der Gast des Abends in der zweiten „Halbzeit“ durch Fragen, die interessierte Besucher zu Papier gebracht hatten. Sie zeigten, dass er als Bankfachmann in St. Marien bei den Zuhörern gut angekommen war.

(ehg)
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