1. Lokales
  2. Nordkreis

Würselen: Spardiktat im Würselener Stadtwald

Würselen : Spardiktat im Würselener Stadtwald

Der Würselener Stadtwald soll nach der Pensionierung von Roland Migende Ende Februar 2004 voraussichtlich nicht mehr durch einen eigenen Förster betreut werden.

So wollen die Städte Eschweiler und Würselen, möglicherweise auch Herzogenrath, aus Kostengründen gemeinsam einen Beamten einstellen, der seinen Sitz im Eschweiler Forsthaus haben soll. In Eschweiler ist der Posten zum März 2004 ebenfalls neu zu besetzen. Was aus dem Forsthaus Schwarzenbruch werden soll, ist ungewiss. Die Würselener Waldflächen umfassen 446 Hektar, Eschweiler 380 und Herzogenrath 206.

In nichtöffentlicher Sitzung informierte Technischer Beigeordnete Ulrich Wigand den Stadtrat. Das brisante Thema öffentlich zu diskutieren, hatte zuvor SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix vergeblich gefordert. Da schutzwürdige Interessen bei der Personaldebatte tangiert würden, lehnte dies Bürgermeister Werner Breuer ab.

Mix forderte eine detaillierte Kostenaufstellung der zur Debatte stehenden Regelungen, die nicht nur die Personalausgaben, sondern auch die Einnahmeseite aus der Bewirtschaftung beleuchten. Angemahnt wurden als Diskussionsgrundlage die von Migende im Rathaus schriftlich eingereichten Vorschläge für die Zukunft des Waldes, die den Fraktionen als Entscheidungsgrundlage noch nicht vorgelegt worden seien.

Die SPD beantragte, sowohl den Förster als auch die Forstaufsicht in den Rat einzuladen und die Diskussion im Bürgerinteresse öffentlich zu führen. So wird befürchtet, dass die bislang hervorragende Waldpädagogik künftig auf der Strecke bleibt.

Vize-Bürgermeister Arno Nelles (SPD) kündigte unterdessen „nachdrücklichen Einsatz für den Erhalt des Würselener Stadtwaldes und seinem derzeit hohen Naherholungswert” an. Ohne eigenen Förster werde die Betreuung des Waldes „auf ein deutlich schlechteres Niveau gestellt”. Die SPD befürchte einen schleichenden Prozess der Verwahrlosung, wodurch die Privatisierungspläne für den Wald neuen Nährboden erhalten.”

Keine fünf Euro im Jahr koste statistisch gesehen der Würselener Wald jeden Einwohner. Nelles: „Da stellt sich die Frage, ob es nicht andere Prestigeobjekte gibt, die die schwarz-grüne Koalition aufgeben sollte, damit diese wertvolle ökologische Einrichtung gesichert bleibt.”