Soziale Netzwerke bieten „neue Wege des Austauschs auf Augenhöhe“

Nachgefragt: „Neue Wege des Austauschs auf Augenhöhe“

Malteser-Diözesangeschäftsführer Wolfgang Heidinger begrüßt die authentischen Einblicke in den rettungsdienstlichen Arbeitsalltag durch Beiträge in den sozialen Netzwerken. Ein Kurzinterview:

Was halten Sie vom Engagement Ihrer Kollegin Christin Scherf in den sozialen Netzwerken?

Heidinger: Frau Scherf hat bereits vor ihrem Wechsel zu den Aachener Maltesern einen privaten Blog betrieben, in dem sie authentische Einblicke in ihren rettungsdienstlichen Arbeitsalltag gab. Wir haben dann mit weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf freiwilliger Basis ein Team „Social media“ ins Leben gerufen. Insofern hat sich fast von selbst eine kommunikative Plattform gebildet, auf der sich nicht nur Rettungsdienstler informieren und austauschen können. Wichtig war uns dabei, dass wir lediglich Raum geben, keine engen Vorgaben machen, uns jedoch auf Regeln für die Kommunikation einigen. Das Team trifft sich mittlerweile auch zum persönlichen Austausch, und die Geschäftsführung profitiert von der direkten Kommunikation mit den Mitarbeitern. Wir sind überzeugt, dass wir uns der Kommunikation über soziale Medien stellen müssen, und dass sich hier neue Wege des gemeinsamen Austauschs auf Augenhöhe ergeben. Nicht zuletzt vermitteln wir nicht nur jungen Menschen einen glaubwürdigen Einblick in die Arbeitswelt des Rettungsdienstes. Ich bin Frau Scherf und ihren Kollegen sehr dankbar, uns einen Anstoß gegeben zu haben, über neue Formen der Kommunikation auch außerhalb klassischer Hierarchien nachzudenken.

Wie sieht die personelle Situation im Rettungswesen aus? Wie stehen die Chancen für Azubis?

Heidinger: Nach der Übernahme zusätzlicher Wachen in Stadt und Städteregion Aachen im vergangenen Jahr konnten wir personelle Lücken schnell schließen. Für uns Malteser ist es so, dass wir bei Bedarf einen Personalpool in der gesamten Euregio haben. Natürlich ist es unser Ziel, feste Teams auf den Wachen zu bilden. Wir haben zahlreiche neue Mitarbeiter werben können, hier hilft unser eigenes Bildungszentrum, das sehr gute Qualifizierungen für die weitere berufliche Perspektive bietet. Dazu gehört eben auch, sich kommunikativ den Herausforderungen – siehe social media – zu stellen. Junge Menschen interessiert der tiefere Sinn ihres Tuns, und darüber müssen wir sprechen. Nachdem wir viele Jahre aus dem Vollen schöpfen konnten, trifft uns der aktuelle Fachkräftemangel im Rettungsdienst umso härter, als die Einführung des neuen Berufsbilds „Notfallsanitäter“ offenbar für einige Unsicherheit gesorgt hat. Die Rahmenbedingungen sind inzwischen in unserer Region weitgehend geklärt. Wir bilden aktuell in unserem eigenen Bildungszentrum Euregio selbst aus, übrigens auch für unsere  Partnerorganisationen, die Feuerwehren sowie die Bundeswehr. Insofern sind wir überzeugt, den Fachkräftemangel bewältigen zu können. Die Chancen für Azubis, in diesem interessanten und spannenden Berufsfeld eine Ausbildungsstelle zu bekommen, sind ausgezeichnet. Einen guten Einstieg bieten übrigens die Freiwilligendienste, wie BuFDi oder Freiwilliges Soziales Jahr.

www.malteser-aachen.de

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