Alsdorf: Sozialbau: Politik schaltet sich in die Diskussion ein

Alsdorf: Sozialbau: Politik schaltet sich in die Diskussion ein

In der Diskussion um den von der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) geplanten Sozialbau an der Pützdrieschstraße in Mariadorf haben sich der parteilose Stadtverordnete Josef Nevelz und der Stadtverordnete Heinz Liska (FDP) eingeschaltet. Die Einwände der Bürgerinitiative gegen den Bau seien zwar „menschlich und teilweise sachlich nachvollziehbar, jedoch rechtlich nicht haltbar“.

Denn: „Der Bebauungsplan wurde im Jahr 2001 durch den Rat verabschiedet und hat Rechtsgültigkeit erlangt.“ Eigentümer des Grundstückes sei die GSG, laut Eigenbetrieb der Stadt Alsdorf sei die Bebauung in den Kanalplänen zu Abwasserentsorgung bereits berücksichtigt worden, Alsdorf brauche bezahlbaren Wohnraum und: „Die GSG und die Stadt Alsdorf können es sich nicht leisten, unbebaute Grundstücke als totes Kapital, mit zusätzlichen Aufwendungen, vor sich hin dümpeln zu lassen“, so Nevelz.

Die Kinder, die angeblich auf der Wiese spielen, würden widerrechtlich ein freies, fremdes Grundstück nutzen. „Abschminken sollte man sich auch das von der Bürgerinitiative vorgetragene Vorurteil über Bürger mit Transferleistungen“, findet Nevelz außerdem.

In einem Punkt gibt er aber den Anwohnern recht. In der Frage der Sicherheit: „Ich selbst habe vor kurzer Zeit 18 leere Patronenhülsen auf dem Fahrradweg gefunden, die in vorherigen Nacht gegen 2 Uhr abgefeuert wurden“, berichtet Nevelz. „Es landen Tonnen Müll im Gebüsch, man findet hier und auf Spielplätzen gebrauchte Kondome, Einwegspritzen und immer wieder Portionstütchen von Rauschgift, ganz zu schweigen von absichtlich zertrümmerten Bier- und Wodkaflaschen.“ Er finde auch, dass es zu wenig Spielplätze für kleine Kinder gebe — dieser Punkt soll aber laut einem Schreiben von Bürgermeister Alfred Sonders besondere Berücksichtigung in der Spielplatzkommission finden. Sonders hatte der Bürgerinitiative eine Absage erteilt: Er könne ihr Ansinnen nicht unterstützen.

„Ob die Meinung des Herrn Bürgermeisters, das dieser Neubau eine Aufwertung darstellt, möchte ich unkommentiert lassen“, sagt Heinz Liska. „Der Bürgerinitiative möchte ich nur raten, das Erreichte zu akzeptieren und natürlich zu überwachen“, lautet sein abschließendes Fazit.

Die Bürgerinitiative gibt sich offenbar aber noch nicht geschlagen. Wortführerin Katharina Hensen: „Vielleicht sollte der Spielplatz am Rewe geschlossen und mit dem Sozialbau bebaut werden?“ So könnten die familiären Bedürfnisse der Bewohner um die besagte Wiese mit einem neuen Spielplatz, Streuobst-Bäumen und Bolzplatz befriedigt werden. „Wir würden auch als Bürgerinitiative versuchen, Gelder zu sammeln und die Wiese, vielleicht als Verein, zu bewirtschaften“, sagt Hensen. „Das würde eine Gemeinschaft schaffen, und so könnten auch die Flüchtlinge integriert werden. Es gebe einen Ort, wo man sich treffen könnte.“

(vm)