Herzogenrath/Alsdorf: „Sinfonietta Regio“ unterstützt junge Talente mit dem Projekt „Gib mir ein A“

Herzogenrath/Alsdorf : „Sinfonietta Regio“ unterstützt junge Talente mit dem Projekt „Gib mir ein A“

Es ist bekanntlich ein langer Weg von den mühevollen Übungsstunden im eigenen Kinderzimmer bis hin zum gefeierten Auftritt auf der großen Orchesterbühne. Die etablierten Musiker der „Sinfonietta Regio“ unter der Leitung von Dirigent Jeremy Hulin haben es sich in den vergangenen Jahren zur Aufgabe gemacht, diesen Weg einiger Talente ein wenig zu beschleunigen.

Bereits zum dritten Mal bot das Ensemble interessierten Jungmusikern unter dem Motto „Gib mir ein A“ an, zusammen mit einem Sinfonieorchester ein anspruchsvolles Programm zu erarbeiten und aufzuführen.

Hulin selbst kann dabei auf jahrelange Erfahrung bei solchen „Mitmachprojekten“ bauen. Der erfahrene Dirigent verstand es, bei seinen Schützlingen Spielfreude und Engagement auch bei schwierigen Stücken aufrechtzuerhalten. Als Solisten konnte die Sinfonietta für die beiden Abschlusskonzerte am städtischen Gymnasium in Herzogenrath und an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf Dirk Barde und Felicia Hamza gewinnen.

Nach der einleitenden „Fantasia und Fuge in C-Moll“ griff Hulin in gewohnt verschmitzter Manier zum Mikrofon und nahm die Besucher mit auf eine seiner kurzweiligen und ungemein humorvoll gestalteten Kurzexkursionen in die Historie der klassischen Musik. Zusammen mit Kontrabassist Dirk Bade wurde dem Publikum Werk und Leben von Domenico Dragonetti vorgestellt, welcher der erste Komponist war, der ein Kontrabass-Solo in seine Komposition einbaute.

Typische Kontrabass-Melodien

Barde nutzte die Gelegenheit und veranschaulichte diese Errungenschaft, indem er typische Kontrabass-Melodien von Dragonetti und anderen Komponisten wie Beethoven exemplarisch vorführte.

Auf Dragonettis „Concerto in A für Kontrabass und Orchester“ folgte vor der Pause noch ein Ausflug in die berühmte Oper „Carmen“ von Georges Bizet, unter anderem mit den ikonischen Stücken „Les Torréadors“ und „Habanera“.

Den zweiten Konzert Teil gestalteten die Musiker zunächst mit den „Rumänischen Volkstänzen“ von Béla Bartók und der „Conga del Fuego Nuevo“ von Arturo Márquez. Solistin Felicia Hamza brillierte bei Friedrich Guldas „Konzert für Violoncello und Blasorchester. Als besondere Überraschung hatte das Sinfonieorchester eine Eigenkomposition der beiden Jungmusiker Dario Mesquida Nogueira und Michael Schneider einstudiert. Mit „The Computer“ zeigten beide ihr Kompositionstalent.

Zum Schluss folgte minutenlang anhaltenden Applaus. Dabei sehen sich Hulin und Kollegen noch lange nicht am Ende ihrer Jugendprojektarbeit.

Auch in den kommenden Monaten und Jahren möchte die „Sinfonietta Regio“ Anlaufstelle für talentierte Jungmusiker bleiben, um ihnen weitere Möglichkeit zur Entfaltung zu geben. Die beeindruckende Darbietung in Alsdorf und Herzogenrath kann hier nur Recht geben.