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Nordkreis: Sicherheit auch ohne Blaulicht

Nordkreis : Sicherheit auch ohne Blaulicht

Dirk Mark hörte den Funkspruch mit: „Flucht nach Verkehrsunfall am Bahnhof Herzogenrath; das Fahrzeug nimmt vermutlich die Richtung...” - für Dirk Mark genug Information.

Schneller Standortwechsel, das flüchtige Auto wurde erkannt, das Kennzeichen abgelesen. „Der Geschädigte bekommt jetzt wenigstens sein Geld”, ist der Polizeikommissar zufrieden. Ein Erfolg mehr für die Fahrradstreife der lokalen Polizeiinspektion.

Ortskenntnis, Nutzen kurzer Verbindungen, die für Streifenwagen nicht in Frage kommen - das ist ein Teil des Erfolgs dieses besonderen Schutzdienstes der Polizei. Der 36-jährige Merksteiner gehört seit acht Jahren zur jetzt neuformierten Inspektion Kreis-Nord. Vor vier Jahren griff man in Alsdorf das Beispiel aus Aachen auf und warb um Freiwillige als „Postenstreifenbeamte auf dem Fahrrad”. Dirk Mark und fünf weitere Kollegen waren begeistert, bekamen ihre grün-schwarze Raduniform und testeten die beiden robusten Alu-Mountainbikes.

Für den 36-Jährigen gabs keine Probleme. Der Triathlet und Radtouristiker - gerne mit Ehefrau und den beiden elf- und 13-jährigen Söhnen - brachte schon die nötige Fitness mit, die er jetzt bei 30 bis 50 Dienstkilometern pro Schicht stählt.

Saison endet im Oktober

Die Fahrradstreifen sind im Früh- und Spätdienst unterwegs und werden stets dann besetzt, wenn es die Personalstärke für die zu erwartenden Aufgaben zulässt. Nach Ostern werden die Räder von einem beauftragten Fachhandel technisch aufgemöbelt, denn die „Saison” auf Pedalen reicht bis zum Oktober.

Obschon die Polizei-Radler einen Regenschauer nicht fürchten, macht das Prinzip Radstreife nur Sinn bei durchweg gutem Wetter. Denn es sind die Wege durch Wald und nahe Bachtäler, über die Ausflugsplätze, die im Visier der sechs Beamten liegen. Das lohnt, wenns belebt ist. Und die Bürger sehen es offenbar gerne. „Die Wanderer, unterwegs in entlegenen Naherholungsgebieten, freuen sich meist über die Polizeipräsenz”, hat Dirk Mark im Kontakt gute Erfahrungen mit zur Alsdorfer Wache gebracht.

Von dort aus startet er seine Tagestouren in Absprache mit der zweiten Streife auf Kettenantrieb. Siedlung Ost („Viel vorbei an Schulen”), Richtung Denkmalplatz und Stadthalle, rüber zum APC und Annapark, hinein ins Broichtal - und so fort. „Ich suche möglichst viele Berührungspunkte mit Menschen”, sagt Dirk Mark, sogar in nachmittäglicher Verkehrsdichte der Alsdorfer Bahnhofstraße. Denn sein Auftrag unterscheidet sich nicht von denen seiner Kollegen/innen.

Waffe und Zahlkartenblock dabei

Folglich führt er auch den Standard an Ausrüstung mit sich: Digitalfunkgerät, Sprühgerät mit Reizgas, Handfesseln, Dienstwaffe, natürlich einen Zahlkartenblock für Verwarnungsgelder. Der kommt relativ oft zum „Einsatz”. Von den meisten Verkehrsteilnehmern wird ein Polizist auf einem Fahrrad nämlich nicht wahrgenommen, also schneller ertappt. Nicht der einzige Vorteil für Dirk Mark: „Eine stressige Alarmfahrt hat man als Radstreife nicht zu fürchten.”