Baesweiler: Settericher Realschulbands legen eigene CD vor

Baesweiler: Settericher Realschulbands legen eigene CD vor

Im Handel wird es ihre CD zwar nicht geben, doch das stört die jungen Musiker nicht im geringsten. Dass sie überhaupt mal in ein professionelles Studio durften, um dort eine Woche lang an ihren Songs zu feilen und sie schließlich in Profi-Qualität aufzunehmen, ist schon ein Traum. Der hat sich für zwei Schülerbands der Settericher Realschule dank des „Kulturrucksacks NRW“ erfüllt.

Rund drei Millionen Euro stellt das Kulturministerium jährlich zur Verfügung, damit Kinder und Jugendliche Lust an Kunst & Co. bekommen und gemeinsam auch kostspieligere Projekte auf die Beine stellen können. 4000 Euro davon konnte Musiklehrer Markus Horn für seine Schützlinge ergattern. Er hatte die beiden Schulbands „Check That Sound“ und „The Squirrels“ auf die Idee gebracht, sich stellvertretende für ihre Schule bei der Städteregion zu bewerben. Ergebnis: Genug Geld, um sich pro Band eine Woche lang im Aachener „Pink Noise“-Studio einzuquartieren. „Eine Wahnsinnserfahrung“ fasst „Check That Noise“-Sängerin Jessica Biell zusammen.

„Wir haben in den wenigen Tagen durch die Tipps der Profis enorme Fortschritte an den Instrumenten gemacht und sind als Bands viel besser geworden.“ Jeweils drei Songs konnten die Schüler aufnehmen. Im Fall von „The Squirrels“ waren es Coverversionen von „Blur“ und „Linkin Park“, bei „Check That Sound“ sind schon Eigenkompositionen dabei. Aus jedem Stück wurde das beste herausgeholt. „Wir waren am Ende so gut, dass bei den Aufnahmen gut wie gar nicht per Computer nachgeholfen werden musste“, freut sich Sängerin Gülizar Bati.

Was die Schüler gelernt haben, bewiesen sie auch live vor Eltern und Freunden beim ersten Konzert in der neu gestalteten Schulmensa. Dort gab es alle Songs der CD zu hören und einige andere Stücke. Auch die jüngste Band der Schule „The Red Carpet“ zeigte beim ersten Auftritt, dass sie Potenzial hat. 200 CDs gibt es, die die Schüler nach dem Auftritt großteils an die Zuhörer verteilten. Verkauft werden dürfen sie nicht, da sie mit öffentlichen Geldern gefördert wurden. Aber der Traum von einer „richtigen“ eigenen CD ist dank der Kulturrucksack-Erfahrung gar nicht mehr so weit weg.

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