Würselen: Seniorenwerkstatt Würselen: Arbeiten mit Leidenschaft und viel Spaß

Würselen: Seniorenwerkstatt Würselen: Arbeiten mit Leidenschaft und viel Spaß

Es war nicht das Wetter, um frohen Mutes einen Fuß vor die Türe zu setzen. Umso mehr freute es den Vorsitzenden der Würselener Seniorenwerkstatt, Josef Müller, zahlreiche Besucher am Tag der offenen Tür im geräumigen Kellergeschoss des Amtes für Altenarbeit der Städteregion Aachen an Mauerfeldchen 29 zu begrüßen.

Sie nahmen Einblick in eine nicht alltägliche Werkstatt. Ist es doch ein Ort, an dem aus Hobby und Leidenschaft mit viel Spaß gewerkelt und gebastelt wird.

„Wobei sich Lebens- und Berufserfahrung vortrefflich bündeln lassen“, wie der Vorsitzende meint. Derzeit sind es elf Senioren, der jüngste 53 und der älteste 82 Jahre alt und aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die sich dienstags zwischen 15 und 19 Uhr treffen, um Kleinreparaturen für andere Senioren auszuführen, aber auch um Neues zu kreieren.

Voller Stolz wurde der absolute Hit der Kreationen, eine versteckte Minibar, präsentiert. Die Besucher waren erstaunt über das, was sich da hinter einem schlichten Vogelhäuschen verbarg. Geschäftsführer Martin Reuls lüftete das Geheimnis: Er klappte den Deckel auf, und zum Vorschein kam eine Spirituosen-Flasche mit zwei Gläschen! Die Besucher erlebten, wie jeder Mitstreiter von Josef Müller im Hobby-Bastelkreis seine Fingerfertigkeit an andere „vererbt“. „Bei uns entwickelt auch der Berufsfremde nach kurzer Zeit Freude am Werkeln“, sagte Josef Müller. Der kreative Austausch macht Mut zu mehr. Es werden nicht zuletzt auch komplizierte Projekte in Angriff genommen, „denn einer weiß immer weiter“.

Gerne besuchen auch Kinder aus Kindergärten und Grundschulen die Werkstatt, um mit den Senioren zu basteln und zu werkeln. Fachliches Wissen an junge Menschen weiter zu geben und eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen, ist ein weiteres Ziel der in die Jahre gekommenen Hobbybastler.

In den vergangenen 16 Jahren stellten sich die rüstigen Rentner immer wieder in den Dienst von öffentlichen Einrichtungen. Nutznießer waren Vereine, Schulen, Kindergärten und viele andere mehr. Die Seniorenwerkstatt will keine Gewinne erzielen. Vorsitzender Müller: „Das gemeinsame Werkeln ist ein sicheres Rezept gegen eventuelle Einsamkeit im Alter und ein erprobtes Gegenmittel gegen das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden.“

(ehg)
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