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Würselen: Seminare für Plegeeltern

Würselen : Seminare für Plegeeltern

„Kinder brauchen die liebevolle Atmosphäre einer Familie, um sich positiv entwickeln zu können”, betrachtet Brigitte Rother, Fachkraft des Pflegekinderdienstes im Würselener Stadtjugendamt, die Arbeit mit Pflegefamilien für wichtig und sinnvoll.

Indem Pflegeeltern ein Kind in ihre Familie aufnehmen, übernehmen sie kurz- oder langfristig die Verantwortung für eine komplexe erzieherische Aufgabe. Kindern, die zeitweise in Pflegefamilien groß werden, wird ein warmherziges Zuhause geboten und eine Heimunterbringung erspart.

Pädagogisches Fingerspitzengefühl, Verlässlichkeit und Geduld sowie ausreichend Platz sind die Voraussetzungen, die potentielle Pflegeeltern mitbringen sollten. Für die materielle Versorgung der Kinder kommt die öffentliche Jugendhilfe auf.

Nicht blauäugig

Dabei ist es der Sozialpädagogin Rother im Pflegekinderdienst wichtig, dass Pflegeeltern nicht blauäugig und unvorbereitet an diese Arbeit herangeführt werden. „Man sollte sich über die eigenen familiären Fähigkeiten und die Konsequenzen, die die Aufnahme eines Pflegekindes mit sich bringt, im Klaren sein”, betont die städtische Angestellte.

Deshalb wird neben eingehenden Informationsgesprächen ein umfangreiches Vorbereitungsseminar angeboten. Das Seminar dient nicht nur der Klärung rechtlicher Fragen. Die Teilnehmer sollen sich vielmehr mit der Situation des Kindes und seiner Herkunft auseinandersetzen.

Qualifizierte Beratung

Bei den regelmäßigen Pflegeelternabenden wurde deutlich, dass die Integration nicht immer problemlos verläuft. Dennoch würden die meisten sofort wieder ein Kind aufnehmen. Neben den Vorbereitungsseminaren gehören qualifizierte Beratung sowie regelmäßige Fortbildungsangebote zum Standard.

Zum geselligen Austausch zwischen den Pflegefamilien bietet der Pflegekinderdienst Familienwochenenden, Grillfeste, Weihnachtsfeiern und Ausflüge an. Die gesellschaftliche Leistung für die Pflegeeltern würdigte die Stadt Würselen, indem der Erste. Beigeordnete, Werner Birmanns, und Otto Wollersheim, Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, den Pflegeeltern für deren wertvolle Arbeit dankten.

Bitte des Jugendamtes

„Trotz allem suchen wir nach wie vor Familien, die sich für diese Arbeit interessieren,” bittet das Stadtjugendamt um weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Gesucht werden Familien, die bereit sind, Kinder und Jugendliche gewissermaßen von einem auf den anderen Tag aufzunehmen, aber auch Familien, die einem Kind mit einer langfristigen Perspektive ein Zuhause anbieten möchten.

Informationen gibt beim Jugendamt Brigitte Rother unter Telefon 02405/67-337.