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Alsdorf: Selbstständigkeit und Verantwortung bei „Pfadis” lernen

Alsdorf : Selbstständigkeit und Verantwortung bei „Pfadis” lernen

Im Wald war André Eiseler schon des öfteren unterwegs. Raupen hat er dort allerdings nie verspeist. Auch wenn das so mancher von ihm denkt. „Als Pfadfinder steht man oft im Verdacht, auf dem Survival-Trip zu sein und sich von Insekten zu ernähren”, sagt er. Und lacht über solch ein Vorurteil.

Denn mit Selbstverwirklichung im Grünen hat der Mariadorfer Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg herzlich wenig am Hut. 75 Jahre wird er bald alt - und ist dabei ganz schön modern.

Jugendarbeit steht im Mittelpunkt des Mariadorfer Stammes, dessen Leitung sich die beiden Mittzwanziger André Eiseler und René Streitenbürger teilen. Zwei Räume im Pfarrheim in der Marienstraße haben die Pfadfinder jüngst renoviert, damit etwa die „Wölflinge”, die jüngsten Mitglieder von sieben bis zehn Jahren, dort spielen und basteln können. Dabei wird viel gesprochen und gemeinsam gelacht.

„Zu uns kommen öfter mal Kinder, die kontaktscheu sind oder aggressiv”, sagt Eiseler. Die seien nicht selten nach wenigen Wochen wie ausgetauscht. „Die Kinder lernen hier ohne Druck, wie man in der Gemeinschaft selbstständig wird und Verantwortung übernimmt.” Gemäß dem Impuls, der vor 100 Jahren zur Gründung der Pfadfinderbwegung geführt habe, um einen Gegenpol zur damals üblichen „Erziehung mit dem Rohrstock” zu bieten.

Der alte Geist ist noch wach, doch äußerlich haben sich die Pfadfinder gewandelt. Militärische Begriffe der Anfangsjahre wurden längst aus dem Vokabular getilgt, auch ist das so genannte „Pfadfindergesetzt”, eine Art Verhaltenskodex, jüngst sprachlich überarbeitet worden.

In Mariadorf brummt der Laden regelrecht. Während andere Stämme aufgeben mussten, weil ihnen vor allem die Gruppenleiter ausgingen, steht der Mariadorfer mit 75 Mitgliedern und 15 Leitern glänzend da.