Herzogenrath: Selbstheilungstraining mit „Capacitar International“

Herzogenrath: Selbstheilungstraining mit „Capacitar International“

„Sich selbst befähigen und eigene Lebenskräfte stärken“ — die wörtliche Übersetzung des spanischen „Capacitar“ spricht für sich. Dr. Patricia „Pat“ Cane ist die Begründerin und Direktorin von „Capacitar International“, einem Netzwerk, welches die Prinzipien der Selbstheilung und Balance-Findung an Interessierte weiter trägt. In über 40 Ländern ist „Capacitar“ bereits aktiv.

Erstmals gastiert Cane nun auch im Herzogenrather Nell-Breuning-Haus. In vier Modulen, zwischen Sommer 2018 und Mai 2019 angelegt, möchten die Kooperationsparteien sowie Cane die stressabbauenden Methoden anbieten und weitergeben.

Im Fokus der Veranstalter und Unterstützer um Dr. Manfred Körber (Leiter Nell-Breuning-Haus), Markus Offner (Bistum Aachen), Anke Reermann (Missio) sowie Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann (Katholische Hochschule Aachen) stehen insbesondere Menschen, die sich öffentlich und ehrenamtlich engagieren.

Gerade in Bezug auf die Flüchtlingswelle 2015 wich die anfängliche Euphorie schnell einer nicht zu unterschätzenden Überbelastung, denen viele der Ehrenamtler nicht gewachsen waren und sind. Die „Capicitar“-Methoden sollen in solchen Fällen helfen, aus einer starken Gemeinschaft heraus neue Lebensenergie zu tanken.

Cane selbst ist mit „Capacitar“ rund um den Erdball aktiv. Das Programm, welches 2019 bereits sein 30-jähriges Jubiläum feiert, nutzt unter anderem Elemente aus dem „Tai Chi“, der Meditation, dem „Pal Dan Gum“ und der Yoga-Lehre. Angestrebt ist ein sogenannter „Domino-Effekt“: Menschen erlernen die Übungen und können sie in Gruppen weitergeben. Die Gemeinschaftsübungen werden untereinander stetig verbessert und haben somit einen immer höheren Effekt.

Ein großer Bedarf

Nicht nur für Manfred Körber war es eine Ehre, die international bekannte Psychologin Cane nach Herzogenrath holen zu können: „Es ist auch für uns gewissermaßen Neuland. Für unsere Einrichtung ist es jedoch sehr interessant, so etwas neu anbieten zu können.“ Anke Reermann ist durch die Arbeit von Missio eng verbunden mit der Flüchtlingsarbeit in Ozeanien, Asien und vor allem in Afrika konfrontiert. Auch dort träfen die Methoden von „Capicitar“ auf große Zustimmung.

Für Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann ist die Fluchtforschung ein zentrales Thema seiner Arbeit an der Katholischen Hochschule Aachen. Nicht erst seit 2015 hat sich ein erhöhter Bedarf an Angeboten zur Traumabehandlung in Bezug auf Flucht eingestellt.

Dieser immense Bedarf könne von individual-therapeutischen Maßnahmen nur schwer bis gar nicht gedeckt werden, so dass das „Kettenprinzip“ von „Capacitar“ eine neuartige wie vielversprechende Alternative bietet. In Kooperation mit dem Bistum Aachen und dem Nell-Breuning-Haus sei es eine große Chance, „Capacitar“ auch in der Region zu etablieren.

Das Bildungshaus im Herzen Herzogenraths sei der ideale Startpunkt, da sich über das gesamte Jahr Menschen verschiedenster Herkunft treffen, sich austauschen und gemeinsam lernen. Der Kerngedanke der Gründerin Maria Grönefeld sieht sich mit „Capacitar“ im Nell-Breuning-Haus ein weiteres mal ideal verwirklicht.

Nach dem bereits durchgeführten Einführungsmodul warten drei weitere Module auf die Teilnehmer. An insgesamt drei Wochenende im September 2018 sowie im Februar und Mai 2019 trifft man sich samstags und sonntags ab 9.30 Uhr. Zum Abschluss der Module wird ein Zertifikat überreicht. Nähere Infos bei Anke Reermann (Missio) unter 0241/452465 oder anke.reermann@bistum-aachen.de

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