Alsdorf: Seit zehn Jahren stets ein wenig anders

Alsdorf: Seit zehn Jahren stets ein wenig anders

Mit zehn Mädels, drei Autos und einer weinseligen Fahrt in die Toskana hat das Ganze angefangen. Damals wollten die Sängerinnen aus Alsdorfs städtischem Jugendchor spontan ihren Leiter Günther Kerkhoffs überraschen. Der feierte in Italien seinen 60. Geburtstag und hatte wohl kaum mit diesem Besuch gerechnet.

Die Überraschung glückte - und das mit einigem Aufwand inszenierte Ständchen hatte weitreichende Folgen: Aus der Reisegruppe wurde ein eigenständiges Vokalensemble, aus dem ersten Namensvorschlag „Sauftrüppchen” ziemlich schnell der klangvollere Name „andersArt”, und aus ein paar Songs aus Rock, Pop und Klassik ein beachtliches Repertoire. Und - zack - sind zehn Jahre rum. Sehr zum Erstaunen aller Beteiligten.

„Erst als Günther Kerkhoffs jüngst seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, ist uns aufgefallen, dass es uns jetzt auch schon zehn Jahre gibt”, sagt Claudia Bell. Sie ist seit Beginn dabei, ebenso Ute Dahmen, Claudia Körfer, Esther Widua, Vera Kerkhoffs und Verena Heidari. Seit einer Weile ergänzen Valerie Löhner, Sarah Kühne, Laura Hilpert und Carina Kretschmer das Ensemble. Ein paar andere Sängerinnen haben die Gruppe schon verlassen. Studium, Beruf, die Liebe - auch die aktuellen Mitglieder wissen nicht, wohin der Weg sie führen wird. „Wir haben ja nicht mal gedacht, dass es mit uns überhaupt so lange dauert”, sagt Ute Dahmen. Vorerst geht es jedenfalls weiter. Auch dass es mittlerweile drei „andersArt”-Babys gibt, hält die jungen Mütter nicht vom Proben ab.

Das kleine Schwarze - gern mit roten Applikationen aufgepeppt - ist seit Beginn das Erkennungszeichen der Sängerinnen. Auch ein paar Songs von damals sind noch im Angebot. „Lollipop” etwa. „Aber auch nur, weil Alfred Sonders sich dieses Lied bei jedem unserer Auftritte in Alsdorf wünscht”, sagt Ute Dahmen lachend. Nicht nur der ehemalige Stadthallen-Chef und heutige Bürgermeister ist Fan des Vokalensembles. Die Karten für das Jubiläumskonzert waren ziemlich flott vergriffen. „Mit so einem Boom haben wir überhaupt nicht gerechnet”, sagt Claudia Bell. Auf ihren bis dato größten Auftritt - gut zwei Stunden lang wollen die Sängerinnen im Energeticon auf der Bühne stehen - freuen sich alle bereits. Einige neue Songs soll es geben, unter anderem „Angels” von Robbie Williams. Im „andersArt”-Gewand, versteht sich. „Wir stricken uns die Stücke immer so zurecht, dass sie auch zu uns passen”, sagt Ute Dahmen.

Immer klappt das nicht. Den Schmachtfetzen „Unchained Melody” haben die Sängerinnen auf Wunsch der Braut mal bei einer Hochzeit gesungen. „Das war jetzt nicht so doll”, sagt Dahmen - und das ungeliebte Stück verschwand gleich wieder in der Versenkung. Überhaupt gebe es schon mal Diskussionen darum, was passt und was nicht. Bell: „Bei zehn Frauen ist eben auch mal Zickenkrieg angesagt.” Doch sie raufen sich immer wieder zusammen. Schließlich sind sie Freundinnen. Und anders wären die feinen Harmonien, die im Gesang von „andersArt” stecken, wohl auch gar nicht zu packen.

Das Jubiläumskonzert beginnt am Sonntag, 23. Oktober, 18 Uhr, im Energeticon an der Herzogenrather Straße in Alsdorf.

Begleitet wird der Abend vom Aachener Männerensemble „Capella a Capella”, mit dem die Sängerinnen eine CD aufgenommen haben. Am Piano sitzen René Schwiers und Johannes Schubert.

Letzte Karten sind eventuell an der Abendkasse erhältlich.

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